Was wir über wissen - und was nicht

Opfer der Explosion in der U-Bahnstation Tekhnologichesky Institut werden von Helfern versorgt. Foto: Videograb/dpa

In der russischen Stadt St. Petersburg explodiert eine Bombe. Eine Sammlung der Fakten und der offenen Fragen:

WAS WIR WISSEN

Der Ablauf

- Eine Bombe explodierte am Montag gegen 14.40 Uhr Ortszeit in einer U-Bahn der Linie 2 während der Fahrt zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad und Technologisches Institut.

- Der Fahrer fuhr den Zug noch in die nächste Station - Technologisches Institut. Dorthin kamen die Einsatzkräfte.

- Eine zweite Bombe wurde in der U-Bahn-Station Ploschtschad Wosstanija deponiert. Sicherheitskräfte fanden sie und machten sie unschädlich.

Die Opfer:

  • Mindestens elf Menschen wurden getötet, rund 50 verletzt, teilte das Informationszentrum des staatlichen Anti-Terror-Komitees mit. Unter den Verletzten schwebten am Dienstag noch einige in Lebensgefahr.

    Die Ermittlungen:

    - Die Behörden gehen von einem Terroranschlag aus.

    - Im Internet kursierten Bilder eines angeblich Verdächtigen. Er trug einen langen schwarzen Mantel, einen Bart und eine Kopfbedeckung. Noch am Montagabend meldete sich der Mann bei der Polizei und beteuerte, nichts mit der Tat zu tun zu haben, meldete die Agentur Interfax. Die Behörden glauben ihm.

    WAS WIR NICHT WISSEN

    Die Opfer:

    - Ob auch Touristen und Ausländer unter den Opfern sind, war zunächst nicht bekannt.

    Die Täter:

    - Die Ermittler sagen, es könnte sich um einen Selbstmordattentat handeln. Es gibt aber auch andere Versionen: Die Bombe soll in der U-Bahn abgelegt worden, die Täter tauchten vor der Explosion unter.

    - Die Ermittler suchen Medienberichten zufolge nach einen Mann aus Zentralasien. Er könnte aus Kirgistan stammen, Behörden in Bischkek haben bei den Ermittlungen ihre Hilfe angeboten. Es gibt aber auch eine Spur nach Kasachstan.

    - Der Mann aus Kirgistan soll 23 Jahre alt sein und einen radikal-islamistischen Hintergrund haben, meldete Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise.

    - Der Mann soll die Bombe in einem Rucksack bei sich getragen haben. Andere Quellen behaupten, die Bombe wurde in einer Aktentasche unter einem Sitz deponiert.

    Der Ablauf:

    - Die zweite Bombe wurde an einer anderen Linie mehrere Metrostationen entfernt deponiert. Der Verdächtige soll sich innerhalb weniger Minuten zwischen den beiden Stationen bewegt haben. Dazu hätte er mindestens einmal umsteigen müssen.

    - Die staatliche Agentur Tass zitierte eine Quelle, nach der ein Mann und eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein könnten.

    Die Hintergründe und das Motiv:

    - Ob der Angriff mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder mit Terrorismus aus Tschetschenien im Zusammenhang steht, ist bislang nicht bekannt. Präsident Wladimir Putin sagte am Montag, die Behörden ermitteln in alle Richtungen.

    - Der Kremlchef hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem Vorort seiner Heimatstadt St. Petersburg auf. Der Anschlag könnte damit zusammenhängen.

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