Was wurde eigentlich aus dem "Gangnam Style"-Star Psy?

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Mit seinem Partykracher "Gangnam Style" stellte Psy im Jahr 2012 völlig überraschend weltweit Rekorde auf. Doch dann wurde es ruhig um den heute 43-Jährigen.

Im Jahr 2012 brach Psy mit seinem Hit
Im Jahr 2012 brach Psy mit seinem Hit "Gangnam Style" sämtliche Rekorde. (Bild: Getty Images)

Der Erfolg kam vielleicht für alle anderen überraschend, doch Psy, der eigentlich Park Jae-sang heißt, wusste schon immer, was er wollte: Musik machen, Hits schreiben, berühmt werden. Dass ihm dies erst mit 34 Jahren gelang, lag unter anderem daran, dass die Plattenlabels (wir erinnern uns: damals entschieden noch sie über Erfolg und Misserfolg) ihn nicht unter Vertrag nehmen wollten. In diversen Interviews erzählte Psy davon, als "zu hässlich für eine Musik-Karriere" beleidigt und ausgelacht worden zu sein. Davon ließ sich der Künstler jedoch nicht beeindrucken: Bereits 2001 veröffentlichte er sein Debütalbum "PSY from the Psycho World", das jedoch noch keinen großen Anklang fand.

Acht Jahre später holten ihn die teils antiamerikanischen Texten seiner Rap-Songs jedoch wieder ein: Weil er mit "Gangnam Style" vor allem in den USA einen Rekord nach dem anderen brach, entschuldigte er sich schließlich für einige seiner ersten Songs öffentlich auf "MTV News". Damals sagte er: "Ich bin zwar dankbar für die Freiheit, alles sagen zu können – allerdings habe ich auch gelernt, dass es Grenzen gibt. Mir tun diese Zeilen wirklich leid. Ich entschuldige mich, sollte ich durch diese Worte jemandem Schmerz zugefügt haben."

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Offensichtlich waren die Amerikaner bereit, ihm das nachzusehen: Die Single "Gangnam Style" verkaufte sich in den USA vier Millionen Mal. Einen Rekord wird der Musiker für immer halten: Das Musikvideo, in dem er das Leben im schicken Viertel Gangnam in Seoul parodiert, war das erste YouTube-Video überhaupt, das mehr als zwei Milliarden Mal auf YouTube aufgerufen wurde.

Der Hype um den Song flaute eine ganze Weile nicht ab – unter anderem auch deshalb, weil er immer wieder imitiert wurde: Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon tanzte ebenso den "Gangnam Style" wie Nasa-Astronauten oder dänische Kommunalpolitiker.

Mit dem darauffolgenden Single "Gentleman" (2013) konnte Psy zwar nicht an diesen Erfolg anknüpfen, musste sich mit einem weiteren Rekord aber wahrlich nicht verstecken: Der Clip wurde auf YouTube an einem einzigen Tag 38 Millionen Mal angeklickt, die Single zählte am Tag ihrer Veröffentlichung in Südkorea zu den am meisten heruntergeladenen Titeln.

Heute leitet Psy selbst ein Plattenlabel

Noch bis 2017 veröffentlichte Psy regelmäßig Songs, die in Südkorea recht erfolgreich waren, international jedoch kaum mehr beachtet wurden. Im Mai 2018 gab das Plattenlabel, bei dem Psy viele Jahre unter Vertrag stand, das Ende der Zusammenarbeit mit dem Künstler bekannt. Ein Jahr später gründete Psy mit P Nation sein eigenes Label, bei dem bis heute populäre südkoreanische Musiker unter Vertrag stehen.

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