Washington kritisiert Freilassung eines iranischen Ingenieurs durch Frankreich

Washington hat die Freilassung eines von den USA gesuchten iranischen Ingenieurs durch Frankreich kritisiert. Die USA bedauerten die "einseitige Entscheidung" Frankreichs "zutiefst", erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus, am Sonntag. Der Ingenieur Dschalal Rohollahnedschad war von Paris nach iranischen Angaben im Austausch für den französischen Wissenschaftler Roland Marchal auf freien Fuß gesetzt worden.

Der Soziologe Marchal war am Samstag nach neuneinhalb Monaten Haft im Iran nach Frankreich zurückgekehrt. Im iranischen Fernsehen war zu sehen, wie im Gegenzug Rohollahnedschad in Teheran eintraf. Ihm drohte wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen US-Sanktionen eine Auslieferung von Frankreich in die USA. Die französische Präsidentschaft äußerte sich zu dem mutmaßlichen Gefangenenaustausch nicht.

Die USA und Frankreich hätten ein gemeinsames Interesse daran, "diejenigen vor Gericht zu stellen, die wegen schwerer Verbrechen angeklagt sind, insbesondere in Fällen, die die nationale Sicherheit betreffen", erklärte Ortagus. Es sei bedauerlich, dass Frankreich sich an diese Verpflichtungen nicht gehalten und verhindert habe, dass "Gerechtigkeit waltet".