Wasserspringen: Ein Sturz ins Nichts als Sprungbrett

Patrick Kreisels erster großer Wettkampf ging daneben. Inzwischen gehört er zu den größten deutschen Hoffnungen im Wasserspringen.

Berlin.  Es gibt Geschichten, die erzählt niemand gern von sich. Patrick Kreisel erzählt genau so eine. 2014 war der junge Wasserspringer vom Berliner TSC drauf und dran, seine erste WM-Medaille zu gewinnen. Bei den Jugend-Titelkämpfen in Pensa bei Moskau schien die Frage nur zu sein: Silber oder Bronze vom Ein-Meter-Brett? Ein Sicherheitssprung genügte. "Aber ich war so aufgeregt", berichtet Kreisel, "hatte weiche Beine. Dann habe ich das Einspringen versaut und bin rechts vom Brett gefallen." Letzter statt Zweiter – ein schlimmes Erlebnis. 15 Jahre war er damals erst. Hat bitter geweint, so enttäuscht war er.

Vielleicht war es ja Schicksal?

Heute glaubt er: "Vielleicht war es Schicksal. Vielleicht bin ich deshalb vergangenes Jahr in Kasan Weltmeister geworden." Wieder in Russland, diesmal aber synchron an der Seite seines Teamkollegen Lou Massenberg. Die beiden hatten ihren letzten Sprung aus drei Metern perfekt ins Wasser gebracht. Mit höchster Konzentration, ohne Zittern. Erst patzten die Russen. Danach die Jungstars aus China. "Es hat ewig gedauert, bis an der Anzeigetafel das Ergebnis erschien." Die Berliner starrten und starrten. Dann kam das Resultat. Gold für Kreisel und Massenberg. "Es war ein komisches Gefühl", sagt er, "ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte."

2016 war ohnehin sein Jahr. Kreisel wurde in Rijeka/Kroatien Europameister mit Massenberg, siegte jedoch auch im Einzel aus seiner Lieblingshöhe und holte sein drittes Gold im Team. Im Höhenrausch ist er trotzdem...

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