Wegen AfD-Zugehörigkeit: Schule feuert Lehrer

Wegen AfD-Zugehörigkeit: Schule feuert Lehrer

Schock für Eltern und Schüler: In Berlin wurde ein Lehrer nach nur drei Wochen Dienst entlassen. Der pikante Grund – der Pauker bewegte sich mit seinen politischen Aktivitäten nicht im verfassungsrechtlichen Rahmen.

Als Lehrer im traditionsreichen "Grauen Kloster" zu unterrichten, das ist für viel Lehrkräfte ein echter Traum. Das evangelische Gymnasium kann auf eine stolze Geschichte zurückblicken, früher drückte sogar Reichskanzler Otto von Bismarck hier die Schulbank. Heute toben die Kinder von Politikern und Prominenten über den Schulhof. Ein Lehrer, der es geschafft hatte, war Hendrik Pauli. Der 38-Jährige bewarb sich im Sommer an der 1547 gegründeten Schule als Lehrer für Chemie und bekam den Job. Als Vertretungslehrer trat er pünktlich zum neuen Schuljahr seinen Dienst an.

Doch drei Wochen später setzte das "Graue Kloster" den Lehrer wieder vor die Tür, noch in der Probezeit. Was war passiert? Die Schule hatte laut "Bild" von seiner politischen Haltung erfahren. Hendrik Pauli ist AfD-Schatzmeister im Berliner Bezirk Neukölln und das war der Schule bei Zustandekommen des Arbeitsvertrages nicht bekannt, so "Bild". Der Lehrer soll zudem verschwiegen haben, dass er als AfD-Funktionär tätig sei. Von der Entscheidung der Verantwortlichen fühlt er sich nun "ernüchtert, überfahren und enttäuscht", zitiert das Boulevardblatt.

Laut Stiftungs-Vorstand Frank Olie soll die Kündigung nichts mit dem Amt des AfD-Schatzmeisters zu tun haben. Allerdings kamen Zweifel an der pädagogischen Eignung von Hendrik Pauli als Lehrer auf. Im Gespräch mit "Bild" erklärte Frank Olie: "Wenn jemand offen Sympathie für die rechtsextremistische, vom Verfassungsschutz beobachtete sogenannte 'Identitäre Bewegung' zeigt und sich öffentlich für die 'Bärgida'-Bewegung engagiert, dann haben wir ein Problem. Unsere Lehrer sind ja auch immer Vorbilder." Laut Arbeitsrecht existiert für Beamte und Lehrer im öffentlichen Dienst eine "Treupflicht". Demzufolge müssen sich Lehrer mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschlands identifizieren. Wer aktiv dagegen verstößt, kann gekündigt werden, so "Focus".

Hendrik Pauli hielt es offenbar für sein gutes Recht, seine AfD-Zugehörigkeit zu verschweigen. "Ich kann die Bereiche Schule und Politik gut trennen und habe an der Schule in den drei Wochen nie etwas politisiert", erzählte er "Bild". Seit seiner Kündigung ist er arbeitslos.

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