Wegen Trump? Afrika-Handelsgipfel in den USA findet ohne Afrikaner statt

Kein einziger Vertreter aus Afrika war bei der Konferenz anwesend. (Bild: AP Images, Symbolfoto)

Jedes Jahr treffen sich Handelsvertreter aus mehreren afrikanischen Ländern in Los Angeles, um ihre neuesten Projekte vorzustellen. Doch dieses Jahr gab es ein Kuriosum: Kein einziger Afrikaner tauchte auf der Konferenz auf.

Der „African Global Economic and Development“-Gipfel, zu dem Dutzende Vertreter aus Afrika alljährlich nach Los Angeles reisen, musste im Jahr 2017 ohne sie auskommen. Auf der Konferenz werden Projekte aus den Bereichen Klimawandel, Armutsbekämpfung und erneuerbare Energien vorgestellt, die dem gebeutelten Kontinent eine bessere Zukunft sichern sollen.

Schon in der Vergangenheit bekamen einzelne Vertreter kein Visum, um für die Konferenz in die USA einzureisen. Doch noch nie wurde sämtlichen Teilnehmern die Einreise verwehrt. Laut dem britischen Online-Journal „The Independent“ wurden die Visa der Teilnehmer alle kurzfristig abgewiesen. Insgesamt seien rund 100 Gäste aus Äthiopien, Guinea, Ghana, Nigeria, Sierra Leone und Südafrika betroffen gewesen. Der Handelsgipfel, der vom 16. bis 18. März stattfand, fand ohne sie statt.

Donald Trump schottet die USA zunehmend ab. (Bild: AP Images)

Mary Flowers, die Vorsitzende des Gipfels, sagte dazu: „Ich muss sagen, dass die meisten von uns das als Diskriminierung afrikanischer Staaten empfinden. Die Menschen, die hier abgelehnt wurden, sind legitime Geschäftsleute mit festen Bindungen zu ihrem Kontinent.“ Nun liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei dem Zwischenfall um eine Maßnahme der Trump-Regierung handeln könnte.

Zwar sieht die Politik des neuen US-Präsidenten nur Einreiseverbote für Personen aus drei afrikanischen Ländern vor – der Sudan, Somalia und Libyen – doch aus diesen Staaten waren gar keine Vertreter vorgesehen. Nachfragen der Veranstalter, warum die geladenen Gäste von der Einreise abgehalten wurden, hat das US-Außenministerium bisher nicht beantwortet.

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