Weißes Haus dementiert - Hat Biden Parkinson? Was Sie über die Erkrankung wissen müssen

Biden unter Druck: Prominente Stimmen fordern Rückzug - Laut einem Bericht von Forbes, haben prominente Persönlichkeiten wie Walmart-Erbin Christy Walton und Krypto-Investor Michael Novogratz einen offenen Brief an das Weiße Haus geschickt, in dem sie Biden zum Rückzug auffordern. In dem von der Leadership Now Project-Gruppe verfassten Brief forderten Walton und 167 andere Unterzeichner Biden auf, "die Fackel der Führung an die nächste Generation demokratischer Führer weiterzugeben, indem er auf seine Wiederwahl verzichtet".<span class="copyright">Getty Images/</span>

Die Spekulationen um Bidens Gesundheitszustand reißen nicht ab. Laut Berichten der New York Times sei ein Parkinson-Spezialist regelmäßig zu Besuch im Weißen Haus. Was Sie über die Erkrankung wissen müssen und wie Bidens Leibarzt nun versucht, Klarheit zu schaffen.

Nach offenen Fragen zu Besuchen eines Spezialisten für Parkinson im Weißen Haus macht der Arzt von US-Präsident Joe Biden Details öffentlich. Kevin Cannard sei der neurologische Spezialist, der Präsident Biden für jede seiner jährlichen Routine-Gesundheitschecks untersuche, schrieb Bidens Leibarzt Arzt Kevin O'Connor in einem vom Weißen Haus veröffentlichten Brief. Cannard sei nicht ausgewählt worden, weil er ein Spezialist für Bewegungsstörungen sei, sondern weil er „ein hochqualifizierter und hoch angesehener Neurologe“ sei. Sein „sehr breites Fachwissen“ gebe ihm die Flexibilität, um eine Vielzahl von Patienten und Problemen zu bewerten.

Bidens  Sprecherin wird bei Pressekonferenz in die Mangel genommen

Zuvor war es bei der täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus zu einer aufgeheizten Debatte zwischen den anwesenden Journalistinnen und Journalisten und Bidens Sprecherin, Karine Jean-Pierre, gekommen. Jean-Pierre weigerte sich, Angaben dazu zu machen, warum Cannard das Weiße Haus in den vergangenen Monaten regelmäßig besucht hatte. Die „New York Times“ schrieb unter Berufung auf offizielle Besucherprotokolle, dass Cannard achtmal seit dem vergangenen Sommer in der Regierungszentrale gewesen sei. Die Sprecherin entgegnete auf mehrere Nachfragen zu den Besuchen: „Wir können die Namen der Spezialisten nicht nennen, vom Dermatologen bis zum Neurologen.“

Experte arbeitet in Medizineinheit im Weißen Haus

Bidens Arzt   O'Connor zufolge sind die Ergebnisse der neurologischen Untersuchung durch Cannard jedes Mal öffentlich gemacht worden. Ende Februar hieß es in dem veröffentlichtem Gesundheitsbericht, dass es bei Biden keine Anzeichen für mögliche Schlaganfälle oder Parkinson gebe und der Präsident „keinen Tremor“, also Muskelzittern, aufweise. „Präsident Biden hat keinen Neurologen außerhalb seiner jährlichen Untersuchung gesehen“, schrieb O'Connor nun weiter. Cannard sei seit 2012 neurologischer Berater der Medizineinheit im Weißen Haus.

Diese Abteilung des Weißen Hauses ist für die medizinischen Bedürfnisse des Präsidenten, der Mitarbeiter und Besucher des Weißen Hauses verantwortlich. Cannard halte dort regelmäßige Sprechstunden ab. „Patienten im Weißen Haus zu sehen, ist etwas, was Dr. Cannard seit einem Dutzend Jahren tut.“ Um die Privatsphäre der Patientinnen und Patienten zu schützen, würden die Namen der Experten normalerweise nicht veröffentlicht. In diesem Fall mache man nun eine Ausnahme.

Weißes Haus streitet Parkinson-Erkrankung ab

Der 81 Jahre alte Biden muss sich seit seinem TV-Debakel gegen den republikanischen Herausforderer Donald Trump zunehmend Fragen zu seiner geistigen Fitness gefallen lassen. Auch in der Demokratischen Partei ist er unter Druck geraten. In den USA wird diskutiert, ob Biden wegen seines hohen alters wirklich der richtige Präsidentschaftskandidat der Demokraten für die Wahl im November ist. Biden weist jegliche Zweifel zurück. Einen kognitiven Gesundheitstest zu seinen geistigen Fähigkeiten lehnt er ab. Auch seine Sprecherin Jean-Pierre betonte noch einmal, dass man dazu keine Veranlassung sehe.

Der aktuelle Schritt des Weißen Hauses ist ungewöhnlich und zeigt, wie groß der Druck mittlerweile ist. Die Veröffentlichung der Details dürfte das Ziel haben, Spekulationen zu einer möglichen Parkinson-Erkrankung Bidens auszuräumen. „Ist der Präsident wegen Parkinson behandelt worden? Nein. Wird er wegen Parkinson behandelt. Nein, wird er nicht. Nimmt er Medikamente gegen Parkinson. Nein“, sagte Jean-Pierre bereits beim Pressebriefing.

Ob Biden tatsächlich daran leidet, bleibt daher ungewiss. Mediziner halten es nicht für ausgeschlossen. Bei Biden zeigten sich einige Symptome, die auf Parkinson hinweisen wie etwa „Schwankungen der Aufmerksamkeitsfunktion, seines Gesichtsausdrucks und seines Gangs“, sagte Rob Howard, Professor für Alterspsychiatrie am University College London laut „New York Post“.

Parkinson - häufigste Erkrankung des Nervensystems

Die Parkinson-Erkrankung, umgangssprachlich auch Schüttel-Lähmung genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Allein in Deutschland leiden aktuell circa 400.000 Menschen daran. Laut „Netdoktor.de“ sterben bei dieser fortschreitenden, neurodegenerativen Erkrankung Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dies betrifft vor allem die sogenannte schwarze Substanz im Mittelhirn, die unter anderem für die koordinierte Ausführung von Bewegungen zuständig ist.

Die Krankheit bleibt lange unbemerkt und ist zu Beginn vor allem an einer gestörten Feinmotorik erkennbar. Betroffene haben plötzlich kein Rhythmusgefühl mehr oder eine veränderte Handschrift.

Mit dem Fortschreiten der Krankheit werden auch immer mehr Nervenzellen geschädigt. Es können folgende Symptome auftreten:

  • Bewegungsarmut:  Bewegungen werden langsamer und unsicherer, Schritte beim Laufen kleiner, feinmotorische Tätigkeiten wie Schuhe binden werden schwieriger und die Gesichtsmuskulatur wird unbeweglicher, was zu einem maskenhaften Ausdruck führen kann.

  • Zittern in Ruhe:  Das typische Zittern, vor allem in den Händen, tritt bei den meisten Erkrankten auf.

  • Muskelsteife:  Arme, Beine und Hals lassen sich nur noch mit Hilfe oder gar nicht mehr bewegen und sind dauerhaft angespannt, was zu Muskelschmerzen führen kann.

  • Demenz: Auch eine Demenz kann als Folge von Parkinson auftreten. Dies ist bei einem Drittel der Betroffenen der Fall.

Im Frühstadium von Parkinson lassen sich die Symptome noch mit Medikamenten lindern, verschwinden teilweise sogar vollständig. Die Wirkung von Medikamenten nimmt im Verlauf allerdings immer stärker ab. Eine Heilung gibt es nicht.