Weihnachtsgeld 2022: Wer jetzt wie viel bekommt und was in eurer Branche gezahlt wird

Frohes Fest steht auf einem Leuchtband und einer Kerze auf dem Weihnachtsmarkt in Trier. Der festlich gestaltete Markt ist bis 22. Dezember geöffnet. - Copyright: Picture alliance
Frohes Fest steht auf einem Leuchtband und einer Kerze auf dem Weihnachtsmarkt in Trier. Der festlich gestaltete Markt ist bis 22. Dezember geöffnet. - Copyright: Picture alliance

Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland erhält auch in diesem Jahr ein Weihnachtsgeld. Meistens wird es mit dem November-Gehalt ausgezahlt. Das Weihnachtsgeld ist 2022 im Durchschnitt etwas höher als im vergangenen Jahr. Es gibt dabei aber große Unterschiede zwischen den Branchen und auch zwischen Ost- und Westdeutschland.

Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Weihnachtsgeld 2022.

Wer erhält in Deutschland Weihnachtsgeld?

Weihnachtsgeld ist keine gesetzliche Leistung. Es wird nur gezahlt, wenn Firmen und Beschäftigte oder die Tarifparteien dies vereinbart haben. In Unternehmen mit Tarifvertrag erhält die große Mehrheit der Beschäftigten ein Weihnachtsgeld. Laut Statistischem Bundesamt sind es 85,7 Prozent. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gibt den Anteil mit 79 Prozent an. In Unternehmen ohne Tarifvertrag erhalten laut DGB nur 42 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld. In der Summe können sich etwas mehr als die Hälfte aller Beschäftigten auf ein Weihnachtsgeld freuen.

Zahlen Arbeitgeber freiwillig ein Weihnachtsgeld über mehrere Jahre, kann es zum Gewohnheitsrecht werden. Beschäftigte haben dann einen Anspruch darauf.

Wie hoch ist das Weihnachtsgeld in Deutschland?

"Die Höhe des Weihnachtsgeldes aller Tarifbeschäftigten liegt 2022 in Deutschland durchschnittlich bei 2747 Euro brutto", schreibt das Statistische Bundesamt. Dabei gibt es aber große Unterschiede. Der DGB nennt für die jeweils mittlere Entgeltgruppe eine Spanne von 250 Euro in der Landwirtschaft bis zu 3715 Euro in der Chemischen Industrie. Das Statistische Bundesamt nennt als Spitzenwerte über 5000 Euro in Teilen der Energiebranche.

Nur wenige Branchen haben beim Weihnachtsgeld einen Pauschalbetrag festgelegt. In den meisten Fällen wird das Weihnachtsgeld als Prozentsatz des Monatsgehalts berechnet, manchmal auch als volles "13. Monatsgehalt".

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Gibt es in diesem Jahr mehr Weihnachtsgeld?

Das durchschnittliche Weihnachtsgeld 2022 ist um 2,6 Prozent höher als im Vorjahr. Die Steigerung liegt also unterhalb der Inflationsrate von zuletzt 10,4 Prozent. Die Kaufkraft des Weihnachtsgeldes hat damit abgenommen. Das Gleiche dürfte in diesem Jahr auch für die meisten Löhne und Gehälter gelten.

In welchen Branchen und Berufen gibt es am meisten Weihnachtsgeld?

Sowohl beim Anteil der Berechtigten als auch der Höhe des Weihnachtsgeldes gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen. In der Energie- sowie der Finanz- und Versicherungsbranche erhalten mehr als 95 Prozent der Tarifbeschäftigten ein Weihnachtsgeld. In Bereichen "Information und Kommunikation" sowie "öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung" sind es weniger als 70 Prozent. Noch seltener ist ein Weihnachtsgeld bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen.

Ein hohes Weihnachtsgeld wird 2022 in den Bereichen „Gewinnung von Erdöl und Erdgas“ mit 5504 Euro sowie im Bereich „Kokerei und Mineralölverarbeitung“ mit 5450 Euro gezahlt. Hier erhalten auch jeweils alle Tarifbeschäftigte das Weihnachtsgeld.

Nahe am Durchschnitt liegt das Weihnachtsgeld unter anderem in den Bereichen „Herstellung von Bekleidung“ (2748 Euro) und „Herstellung von Textilien“ (2762 Euro).

Das niedrigste Weihnachtsgeld erhalten Tarifbeschäftigte in der Leiharbeit („Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“). Hier werden durchschnittlich 327 Euro gezahlt. 99 Prozent der Tarifbeschäftigten haben darauf Anspruch. Auch in der Tabakverarbeitung gibt es mit 564 Euro vergleichsweise wenig Weihnachtsgeld. Hier haben auch nur 50,4 Prozent einen Anspruch.

Wie hoch der Anteil der Beschäftigten sowie die Höhe des Weihnachtsgeldes in unterschiedlichen Branchen ist, seht ihr in dieser Grafik. Um die Branche zu sehen, geht ihr einfach auf den jeweiligen Punkt.

Welche Unterschiede gibt es beim Weihnachtsgeld sonst noch?

Männer und Frauen: Immer noch gibt es leichte Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Einer Umfrage des DGB zufolge bekommen 55 Prozent der Männer und 52 Prozent der Frauen Weihnachtsgeld.

Ost und West: In Ostdeutschland erhalten mit 88,5 Prozent mehr Tarifbeschäftigte Weihnachtsgeld als im Westen mit einem Anteil von 85,3 Prozent. Dagegen ist das Weihnachtsgeld im Westen mit 2768 Euro im Durchschnitt höher als im Osten mit 2611 Euro.

Allerdings sind Tarifverträge in Ostdeutschland weniger üblich als im Westen. Insgesamt erhalten laut DGB daher im Osten auch nur 43 Prozent aller Beschäftigten ein Weihnachtsgeld. In Westdeutschland sind es 56 Prozent.

Vollzeit und Teilzeit: Keine allzu großen Unterschiede gibt es bei Voll- und Teilzeitbeschäftigten. Bei Vollzeitbeschäftigten ist der Erhalt von Weihnachtsgeld mit 55 Prozent etwas verbreiteter als bei Teilzeitbeschäftigten mit 50 Prozent.

Befristet und unbefristet: Etwas größer sind die Unterschiede zwischen Beschäftigten mit befristetem oder unbefristetem Arbeitsvertrag. Während lediglich 48 Prozent der Beschäftigten mit Befristung Weihnachtsgeld erhalten, sind es bei den Unbefristeten 54 Prozent.