Weihnachtsmann oder Christkind: Wer bringt die Geschenke?

Figuren wie der Weihnachtsmann, das Christkind und der Nikolaus sind untrennbar mit der Adventszeit und dem Weihnachtsfest verbunden. Warum eigentlich? Wie kam es dazu, dass das Christkind Geschenke verteilt und der Weihnachtsmann die Farben rot und weiß trägt?
 
Bevor es den Weihnachtsmann gab, brachte der Heilige Sankt Nikolaus die Geschenke. Dieser hat als Bischof Nikolaus von Myra in der heutigen Türkei im vierten Jahrhundert gelebt und wurde als Schutzheiliger von vielen Kindern verehrt. Zu seinem Gedenken werden seit Mitte des 16. Jahrhunderts Kinder an seinem Namenstag, dem 6. Dezember, beschenkt. Während der Reformation wurde diese Sitte auf den 24. und 25. Dezember verlegt. Fortan sollte das Christkind die Geschenke bringen. Erst als niederländische Auswanderer den Nikolaus-Brauch nach Amerika exportierten, entwickelte sich das moderne Bild des Weihnachtsmanns; und aus dem holländischen „Sinter Claas“ wurde „Santa Claus“.

Fröhliches Dickerchen im Rentierschlitten

Doch Santa Claus sah nicht immer so aus, wie wir ihn heute kennen. Anfangs hatten seine Gewänder ganz verschiedene Farben und auch seine Gestalt variierte. 1821 tauchte er erstmalig in einem Gedicht auf. Clement Moore beschrieb den Weihnachtsmann in „A Visit from St. Nicholas“ als fröhliches, nur elfengroßes Dickerchen, das mit einem Rentierschlitten reist und Geschenke durch den Kamin bringt. 1881 zeichnete der deutschstämmige Amerikaner Thomas Nast den Santa Claus so, wie wir ihn heute kennen.

Dass der Weihnachtsmann heute nur noch Rot-Weiß trägt, hat er einem bekannten Limonadenhersteller zu verdanken. Im Jahr 1931 sollte der norwegische Grafiker Haddon Sundblom eine Weihnachtskampagne für Coca-Cola entwerfen. Er wählte einen pensionierten alten Auslieferungsfahrer als Modell und kleidete ihn in den Firmenfarben Rot und Weiß ein. Zwar trug der Weihnachtsmann auch in früheren Darstellungen schon einen roten Mantel, erst dann setzte sich das jedoch als Standarddarstellung durch.

Martin Luther wollte den Nikolaus abschaffen

Bevor der Weihnachtsmann auch in unseren Breiten Einzug hielt, brachte hier einzig und allein das Christkind die Geschenke. Unklar ist, ob es sich dabei um den neugeborenen Jesus handeln sollte oder einfach um ein himmlisches, engelsgleiches Wesen, das an die Geburt des Heilands erinnerte. Die Figur des Christkinds wurde wahrscheinlich von Martin Luther selbst erfunden. Dieser wollte damit sein Vorhaben untermauern, die Heiligenverehrung und damit auch den Nikolaus abzuschaffen. So wurde allgemein das Christkind zum Gabenbringer für die Kinder. Heimlich bringt es die Geschenke am Abend des 24. Dezember. Und wenn man genau hinhört – so wird den Kindern oft erzählt –, kann man dabei leise ein Glöckchen läuten hören.

Während in katholischen Familien bis heute das Christkind die Geschenke bringt, hat in evangelischen Kreisen oft der Weihnachtsmann diese Rolle übernommen. So haben diese beiden, vom Aussehen sehr konträren Wesen, doch die gleiche Bestimmung.

Begleiter des Nikolaus

In manchen Gegenden kommt der Heilige Nikolaus nicht allein zu den Kindern, sondern wird von einem furchterregenden Gesellen begleitet: dem Krampus. Dessen Name leitet sich von dem altdeutschen Wort „Krampen“ ab, welches übersetzt „Kralle“ heißt. Wann genau sich der Krampusbrauch entwickelt hat, ist unklar. Doch er ist wohl in den östlichen Alpen entstanden. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte sich, ausgehend von den Klosterschulen, der Brauch, dass der Heilige Nikolaus die Kinder in Begleitung des Krampus besucht. Während der gute Nikolaus die braven Kinder beschenkt, werden die Unartigen von seinem teufelsähnlichen Begleiter bestraft. In Nord- und Mitteldeutschland kennt man dagegen die Figur des Knecht Ruprecht.

 

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