Wein macht Biden nicht besser - Hoffnungslosigkeit macht sich bei den jungen Demokraten breit

Das TV-Duell des US-Präsidenten mit seinem Vorgänger und Kontrahenten läutete die heiße Phase im Wahlkampf ein und wurde vom Sender CNN in Atlanta im Bundesstaat Georgia ausgerichtet. Biden und Trump durften während des Schlagabtauschs keine Spickzettel benutzen und mussten frei sprechen. Die Debatte fand ohne Studiopublikum statt. Das Mikrofon des jeweiligen Präsidentschaftsbewerbers, der gerade nicht sprach, war stumm geschaltet. Die Reaktionen der Zuschauer sprechen für sich.<span class="copyright">AP Photo/Rick Bowmer</span>

Die US-Wahl 2024 steht vor der Tür und die politische Landschaft ist im Umbruch. Während junge Demokraten an Präsident Biden zweifeln und seine Chancen gegen Trump in Frage stellen, demonstrieren junge Republikaner eine eiserne Loyalität.

Die US-Wahl 2024 rückt näher, und der politische Druck auf Joe Biden wächst. Noch vor vier Jahren wählten junge Amerikaner Joe Biden mit überwältigender Mehrheit ins Amt. Doch heute schwindet ihre Unterstützung merklich. Wie die „Tagesschau“ berichtet, sind viele junge Demokraten zunehmend enttäuscht. Ihr Hauptkritikpunkt? Biden sei zu alt, zu weit weg von den Menschen und nicht der richtige Kandidat, um Donald Trump bei der bevorstehenden Wahl im November erneut zu besiegen.

Christina Cover, eine 27-jährige Mitarbeiterin im Team der Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez, ist eine von vielen jungen Wählern, die ihre Enttäuschung nicht verbergen können. Nach dem ersten Duell zwischen Biden und Trump sagte sie: „Ich konnte gar nicht genug Wein trinken.“ Sie kritisiert zudem, dass Biden sich zu wenig für Themen wie Wohnungsnot, hohe Lebenshaltungskosten und Waffengewalt interessiert.

Inhaltliche Differenzen und Frustrationen

Viele junge Linke haben Biden lange unterstützt, obwohl sie oft das Gefühl hatten, dass der Präsident sich zu wenig für ihre Anliegen interessiert. Besonders seine Unterstützung für Israel wird ihm angekreidet. Christina Cover bringt es auf den Punkt: „Das Geld, das er für Waffen in Israel ausgibt, fehlt uns in unseren Schulen, im Gesundheitssystem, bei Sozialwohnungen.“ Die Frage, ob die jungen Generationen, die traditionell links wählen, überhaupt zur Wahl gehen und für Biden Klinken putzen werden, bleibt offen. Obwohl Biden in allen Umfragen bei den unter 45-Jährigen noch führt, ist die Begeisterung merklich gedämpft.

Loyalität bei jungen Republikanern

Im Gegensatz dazu stehen die jungen Republikaner fest hinter ihrem Kandidaten Donald Trump. Die „Tagesschau“ berichtet von einem Treffen des Clubs der jungen Republikaner in Manhattan, bei dem die Unterstützung für Trump trotz seiner vielen Skandale und Gerichtsverfahren offensichtlich ist. Sidelle Sydney, eine junge Schwarze Frau, äußert dies klar: „Er ist ein echter New Yorker. Wir brauchen Leute wie ihn, schonungslos, geradeheraus, schwarz und weiß, keine Grautöne.“ Diese Loyalität zeigt sich auch in den guten Beziehungen zu Europas Rechtsextremen. Alex Jaros, der kürzlich aus Deutschland zurückkehrte, traf sich mit jungen AfD-Mitgliedern und betonte, dass die AfD in vielerlei Hinsicht der America-First-Trump-Partei ähnelt.

Umfragedaten und Wahlanalysen

Die politische Landschaft in den USA bleibt weiterhin dynamisch. Ein Blick auf die aktuellen Umfragedaten, wie von der „Frankfurter Rundschau“ berichtet, zeigt, dass das Rennen zwischen Biden und Trump noch lange nicht entschieden ist. Verschiedene Statistik-Portale sehen ein weitgehend offenes Duell zwischen beiden Kandidaten, wobei Trump in den landesweiten Umfragen gut im Rennen liegt.