"Weine ihm keine Träne nach": Nicht alle sorgen sich um Ex-Papst Benedikt (95)

Im Vatikan, in Deutschland und weltweit haben Würdenträger der katholischen Kirche die Gläubigen dazu aufgerufen, für den emeritierten Papst Benedikt zu beten. Der Gesundheitszustand des 95-Jährigen - der seit seinem Rücktritt abgeschieden in einem Kloster im Vatikan lebt - hat sich in den vergangenen Tagen weiter verschlechtert.

Am Mittwoch hatte Papst Franziskus in der Generalaudienz mitgeteilt, dass es seinem Vorgänger sehr schlecht gehe.

Der in Bayern als Joseph Ratzinger geborene ehemalige Papst leidet an Atemwegs- und Herzproblemen.

Zuletzt hatte der emeritierte Papst 2020 kurz vor dessen Tod seinen älteren Bruder Georg in Regensburg besucht. Dort sind die Meinungen geteilt. Georg Ratzinger war im Juli 2020 im Alter von 96 Jahren verstorben.

"Er hat so viel erlebt"

Ein Mann vor dem Dom in Regensburg sagt zur Erkrankung des 95-jährigen emeritierten Papst: "Es ist einerseits traurig, anderseits denke ich, dass er so ein Leben gehabt hat, auf dass er stolz sein kann. Beziehungsweise, er hat so viel erlebt, dass es in Ordnung ist, Abschied zu nehmen."

Viele erinnern an Benedikts Rolle im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche.

Eine 70 Jahre alte Frau erklärt gegenüber AFP: "Ich persönlich bin nicht so sehr für ihn, weil er auch sehr, sehr viel zugedeckt hat, beziehungsweise nicht hat an die Öffentlichkeit kommen lassen, was unter seiner Verantwortung war, was nicht in Ordnung war. Ich bin selber betroffen, ein Verwandter von mir war bei den Domspatzen und dem ist sehr übel mitgespielt worden, Sie wissen wahrscheinlich, was ich meine. Von daher tut es mir zwar leid, dass er jetzt im Sterben liegt, aber ganz ehrlich, ich weine ihm auch keine Träne nach."

Ratzinger war 2005 zum Papst gewählt worden und 2013 von seinem Amt zurückgetreten.