Weinflaschen als Statement: Winzer setzt klares Zeichen gegen Intoleranz

Winzer zeigt Flagge auf seinen Weinflaschen.

In der aktuellen Flüchtlingsdebatte ist Fremdenhass ein großes Thema und auch in anderen Bereichen herrscht noch immer Intoleranz. Ein Winzer hält nun dagegen und zeigt mit seinen Weinflaschen von Weingut Strieht Flagge: Auf dem Etikett seines "Blanc de Noirs 2014" ist ein Stinkefinger mit Glaubens-, Geschlechts- und politischen Symbolen abgebildet. Darunter die Worte "Fuck Off Intolerance", zu Deutsch: "Verpiss dich, Intoleranz!"

Mit dem einprägsamen Etikett will der Rheinghauer Winzer Fred Strieht auf eine ganz besondere Art für Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Homophobie sensibilisieren und ein Zeichen gegen Intoleranz setzen. Im Interview mit der Deutschen Presseagentur sagte er: "Für uns ist das ein Statement." Die Idee gehe dabei nicht unbedingt auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte zurück, sondern sei bereits früher entstanden. Ausschlaggebend für das Entwickeln des politischen Weinflaschen-Etiketts waren die Pegida-Demonstrationen zu Beginn des Jahres, zu dieser Zeit sei die Idee laut des Winzers auf jeden Fall entstanden. Für das Design zeichnet sich sein Sohn Nico verantwortlich, der es in Zusammenarbeit mit einem Bekannten entwarf.

Die Botschaft von Winzer Strieht kommt offenbar an: Er hat bereits 150 der Weinflaschen verkauft, die statt Jahrgang und Namen des enthaltenen, weiß gekelterten Spätburgunder nur einen Mittelfinger zeigen. Insgesamt 760 Flaschen wurden mit dem Etikett versehen. Wie er im Gespräch mit der "Hessenschau" eröffnete, komme der politische Wein bei seinen Kunden gut an – seine Winzer-Kollegen würden hingegen weniger davon halten. Wie er weiter zu Protokoll gab, will er einen Teil der Einnahmen spenden und so Flüchtlingen und Asylbewerbern den Besuch eines Deutschkurses ermöglichen.

Mit gutem Grund hat er sich offenbar diesen wohltätigen Zweck ausgesucht, denn: Auch wenn das Etikett zur Zeit der Pegida-Demos entstanden ist, ärgert sich der 49-jährige Winzer über den vielen Hass, der derzeit den Flüchtlingen entgegen schlägt. "Wenn im Mittelmeer Flüchtlinge ertrinken, finden das dann auch noch viele gut und meinen, die Flüchtlinge seien selbst schuld, wenn sie hier her kämen", echauffierte er sich im Interview mit der "Hessenschau".