Die Welt auf ihren Schultern: Zu Weihnachten gibt Netflix den Kindern das Kommando

Andreas Fischer
·Lesedauer: 2 Min.

Kindskopf Robert Rodriguez zeigt in seinem Netflix-Abenteuer "We Can Be Heroes" ab 25. Dezember, welche Superhelden die Welt wirklich braucht.

Wenn die Welt keine Helden mehr hat, dann braucht sie eben neue. Und wenn die noch nicht durch die Pubertät und allem, was folgt, korrumpiert sind, umso besser: Kinder machen die Welt einfach besser. Zumindest wenn man Robert Rodriguez glaubt: In seinem neuen Netflix-Film "We Can Be Heroes" (ab 25.12. verfügbar) entwirft der Regisseur von Filmen wie "El Mariachi", "From Dusk Till Dawn", "Sin City" und "Machete" eine Idealwelt, in der die Generation Zukunft mal so eben kurz den Planeten rettet. Wer soll es auch sonst tun?

Ganz freiwillig übernimmt Rodriguez' Kinderschar allerdings nicht das Ruder, immerhin aber haben die Söhne und Töchter der mächtigsten Superhelden der Welt besondere Fähigkeiten. Und die brauchen sie auch: Bei einer Alien-Attacke werden ihre Eltern entführt, und die Welt ist schutzlos. Ganz davon abgesehen, dass den Kindern in unsicheren Zeiten plötzlich die Vorbilder fehlen. Wobei das eigentlich gar nicht so schlimm ist: Egoismus, Überheblichkeit und Verantwortungslosigkeit sind nun wirklich nichts, was man sich abschauen müsste.

Atemlose Kindereien

Darüber nachzudenken bleibt keine Zeit: Drei Stunden haben Missy Moreno (YaYa Gosselin), als einzige ohne Superkräfte, und ihren speziellen Freunden und Freundinnen, um die Zerstörung des Planeten zu verhindern. Entsprechend atemlos geht es zur Sache: Ausbruch aus einen Schutzbunker, Kampftraining, Angriff auf das Alienschiff im Orbit - Robert Rodriguez gönnt den jungen Wilden keine Ruhe, gibt ihnen aber Gelegenheit, in einem mit Schmackes inszenierten Abenteuer über sich hinauszuwachsen.

Obwohl weder Story noch Figuren durch große Komplexität auffallen: Der Kinderfilm macht mit seinem fantasievollen Design und der Lust an der Übertreibung Spaß. Wen wundert's: Rodriguez ist immer schon der Kindskopf unter den Hollywood-Regisseuren gewesen. Nicht nur weil er mit seinen oft entfesselten Filmen Genrekonventionen sprengte: Seine größten Kassenerfolge feierte er, abgesehen von "Alita: Battle Angel" (2019), mit der "Spy Kids"-Reihe (2001 bis 2011), mit Filmen also, in denen die Welt der Erwachsenen aus Kinderaugen betrachtet als ziemlich absurder Jahrmarkt der Eitelkeiten erscheint.

Kein Wunder, dass die Welt dem Abgrund entgegentaumelt und die Kinder die Probleme der Alten übernehmen müssen. Aber sie finden Lösungen - mit Teamwork, Fantasie, Entschlossenheit und dem Willen, offen und tolerant aufeinander zuzugehen. - Ach, wenn es doch nur so einfach wäre.