Weltbörsen feiern Traumstart in 2023

Das neue Jahr ist gerade mal zwei Wochen alt, da scheinen sich bereits erste Trends abzuzeichnen. Die Aktienmärkte befinden sich plötzlich wieder im Risk-on-Modus. Wie nachhaltig ist der Aufschwung?

Der Bulle ist zurück: Wie lange bleibt er?(Foto: REUTERS/Brendan McDermid)
Der Bulle ist zurück: Wie lange bleibt er? (Bild: REUTERS/Brendan McDermid)

Es kann so einfach sein: Der Kalender wird umgeklappt, ein neues Jahr beginnt – und das alte scheint vergessen. Genauso stellt sich das junge Börsenjahr 2023 nach den ersten zwei Wochen dar: Plötzlich scheint das extrem schwierige Vorjahr abgehakt, Anleger schalten wieder in den Rallyemodus.

Nach gerade einmal zehn Handelstagen hat der deutsche Leitindex Dax bereits mehr als 8 Prozent an Wert gewonnen, nachdem er 2022 die Verluste bereits mit einem starken Schlussspurt im vierten Quartal begrenzt hatte und lediglich bei einem Minus von 13 Prozent aus dem Jahr gegangen war.

Dax wieder über 15.000 Punkte – nur noch 7 Prozent unter Allzeithoch

Trotz des Ukrainekriegs, einer Inflationsrate von weiterhin 8,6 Prozent, einer drohenden Rezession und dem Damoklesschwert von weiteren Leitzinsanhebungen befindet sich der deutsche Bluechip-Index bei wieder über 15.000 Punkten und damit gerade mal 7 Prozent unter dem bisherigen Allzeithoch vom Januar 2022. Krise, welche Krise, möchte man sich fragen?

Der neue Optimismus an den Kapitalmärkten ist beileibe kein deutsches Phänomen. Auch an der Wall Street sind plötzlich die Bullen wieder zurück: Während der Traditionsindex Dow Jones seit Jahresbeginn um knapp 4 Prozent vorne liegt, waren beim marktbreiten S&P 500 schon knapp 5 Prozent drin – und an der Technologiebörse Nasdaq sogar mehr als 6 Prozent.

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Tech- und Kryptowerte plötzlich wieder gefragt – Bitcoin springt wieder über 20.000-Dollarmarke

Vor allem die im vergangenen Jahr schwer abgestürzten Big-Tech-Aktien erfreuten sich in den ersten Handelstagen des neuen Jahres einer Wiederentdeckung. Anteilsscheine von Apple etwa legten um 8 Prozent zu, die Facebook-Mutter Meta liegt 2023 schon 10 Prozent vorne, Tesla um 13 Prozent, Amazon um 14 Prozent, während Chiphersteller Nvidia 2023 gar schon ein Plus von 18 Prozent verbuchen kann.

Der totale Risk-on-Modus wurde unterdessen an den 2022 noch so brutal abgestürzten Kryptomärkten angeknipst: Der Bitcoin notiert nach einer Kursexplosion von in der Spitze mehr als 25 Prozent erstmals seit der FTX-Pleite im vergangenen November wieder über der psychologisch so wichtigen Marke von 20.000 Dollar. Altcoins wie Solana legten unterdessen eine bemerkenswerte Rallye von bis zu 100 Prozent hin.

Alle Augen auf die Fed – und die Quartalssaison

Maßgeblichen Anteil am Kursaufschwung der spekulativeren Assetklassen hatten die neuen Inflationsdaten aus den USA, die in der vergangenen Woche vorgelegt wurden. So ging die maßgebliche Inflationsrate in den Vereinigten Staaten von 7,1 Prozent im November auf nun schon 6,5 Prozent im Dezember zurück. Bei Anlegern keimt die Hoffnung auf, dass die Verteuerung der Verbraucherpreise schneller gestoppt werden könnte als noch vor Monaten befürchtet und die amerikanische Notenbank nicht weiter zu Leitzinsanhebungen gezwungen sein wird.

Ein weiterer Zinsschritt wird im Februar erwartet, dann könnte vorerst Schluss sein, so die Hoffnung zahlreicher Marktteilnehmer. Das vergangene Jahr hat Anlegern jedoch schmerzlich gelehrt, wie flüchtig die aufkeimende Hoffnung am Markt sein kann: Erfüllen die Notenbanken nicht die Markterwartungen, haben sich die Rallyes schnell in neue Abverkäufe verwandelt. Entsprechend scheint die aktuell aufkeimende Euphorie am Markt mit Vorsicht zu genießen zu sein – nicht zuletzt vor der neuen Quartalssaison, die in den kommenden Handelstagen an Schwung aufnimmt.

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