Weltgesundheitsorganisation vermeldet Erfolge in Kampf gegen Tropenkrankheiten

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Bei der WHO in Genf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet große Erfolge im Kampf gegen schwere Tropenkrankheiten: Durch koordinierte Anstrengungen der WHO mit Stiftungen wie der von Bill Gates und Pharmaunternehmen seien in den vergangenen Jahren "beispiellose Fortschritte" im Kampf gegen diese lange Zeit vernachlässigten Krankheiten erzielt worden, teilte die Organisation am Mittwoch in Genf mit.

"Dank einer der wirkungsvollsten Partnerschaften in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge konnten Millionen Menschen vor Gesundheitsschäden und Armut bewahrt werden", erklärte WHO-Chefin Margaret Chan. Im Jahr 2010 seien noch zwei Milliarden Menschen von diesen Krankheiten bedroht gewesen, nun seien es noch 1,6 Milliarden. Pro Jahr sterben an ihnen noch etwa 170.000 Menschen.

Im Jahr 2012 hatten WHO, Regierungen, Hilfsorganisationen und Pharma-Konzerne in der "Londoner Erklärung" einen gemeinsamen Kampf gegen 18 Tropenkrankheiten vereinbart. Bei ihnen handelt es sich um Leiden wie Dengue-Fieber, die Schlafkrankheit oder den parasitären Guinea-Wurm. Zu ihrer Behandlung stehen zwar effektive Therapien zur Verfügung, doch waren diese den zumeist armen Patienten wegen der hohen Kosten oft nicht zugänglich.

Seit 2012 stellten die Konzerne jedes Jahr mehrere hundert Millionen Behandlungsdosen bereit, so dass im Jahr 2015 eine Milliarde Menschen wegen mindestens einer dieser Krankheiten behandelt werden konnte.

Bei einigen der schlimmsten Krankheiten vermeldete die WHO nun große Erfolge: Im vergangenen Jahr seien nur noch 25 Fälle von Infektionen mit dem Guinea-Wurm registriert worden, der sich durch den Körper des Infizierten frisst. Im Jahr 1989 hatte es noch 900.000 Infizierte gegeben. Die Krankheit könnte nun völlig ausgemerzt werden, erklärte die WHO.

Gute Nachrichten meldete die WHO auch bei der Bekämpfung der Schlafkrankheit: Habe es im Jahr 1989 noch 37.000 Fälle gegeben, sei die Zahl bis 2015 auf 2804 gesunken. Der von der Tsetsefliege übertragene Erreger befällt das zentrale Nervensystem und das Gehirn. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sie zum Tod führen.

Erfolge gibt es unter anderem auch im Kampf gegen Elefantiasis, die zu einer abnormen Anschwellung der Gliedmaßen - meist der Beine - führt, sowie bei der von Fadenwürmern übertragenen Flusskrankheit, bei der eine völlige Erblindung droht. 62 Prozent der von der Flusskrankheit Betroffenen und damit mehr als 114 Millionen Menschen konnten laut WHO erfolgreich behandelt werden.

Auf zivilgesellschaftlicher Seite war die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates führend an der Kooperation beteiligt. Gates sprach von einem "Meilenstein in der globalen Gesundheit", der durch gemeinsame und abgestimmte Anstrengungen erreicht worden sei.

Bei allen Erfolgen warnte die WHO jedoch, dass weitere Fortschritte ohne die Lösung umfassenderer Probleme der Armut kaum noch möglich seien. Nach ihren Angaben haben rund 2,4 Milliarden Menschen immer noch keinen Zugang zu ausreichenden sanitären Einrichtungen wie etwa Toiletten. Und rund 660 Millionen Menschen haben kein sauberes Trinkwasser.

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