Wie sich ein Weltklub BVB-Star Sancho zu Füßen legt

Martin Hoffmann, Maximilian Miguletz

Jadon Sancho von Borussia Dortmund wegkaufen? Unbedingt, sagt einer, der gern von diesem Deal profitieren würde.

"Ich will, dass Jadon zu einem Team geht, wo er spielt, sich verbessert und Titel gewinnt", sagt Marcus Rashford, Offensivkollege des Jungstars in der englischen Nationalmannschaft.

Welches das sein soll? Manchester United natürlich, das Team, in dem Rashford auch selbst spielt. "Ich denke, United sollte sein Ziel sein, ich bin da nicht neutral", antwortete der 22-Jährige bei Instagram auf eine entsprechende Follower-Frage.


Ein unverbindlicher, spekulativer Flirt - oder mehr als das? Letzteres! Der englische Rekordmeister setzt gerade viel daran, einen über 100 Millionen Euro teuren Mega-Deal mit dem Flügelstürmer des BVB abzuschließen.

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Manchester United "sehr zuversichtlich"

"United hätte das Geld und muss auch weiter in die Mannschaft investieren", sagt Raphael Honigstein, freier Journalist und weltweit profilierter Premier-League-Experte im Gespräch mit SPORT1.

Die Red Devils hätten Sancho "schon vor längerer Zeit intern ein bisschen auserkoren" als potenziellen Pfeiler der Zukunft. Sancho wäre "einer, der die Fans begeistert - und mit dem sie auch seinem Ex-Klub Manchester City eins auswischen würden".


Und: "Auf inoffiziellen Kanälen sind sie bei United sehr zuversichtlich, Sancho bekommen zu können." Der 20 Jahre alte Londoner gelte als "empfänglich" für ihre Argumente.

Legende Ferdinand: Jadon Sancho hat "X-Faktor"

Da passt ins Bild, dass die Sun erst kürzlich berichtete, United halte für Sancho das Trikot mit der ruhmreichen Nummer 7 frei. Die Nummer, die schon von David Beckham, Cristiano Ronaldo und einst auch von George Best und Eric Cantona getragen wurde.

Auch Rio Ferdinand, eine weitere Klublegende, warb soeben mit Nachdruck für den Transfer. Sancho sei einer, der United rund zehn Jahre prägen könnte, um den man ein Team aufbauen könne.

"Er hat diesen X-Faktor", hielt Ferdinand in einem Social-Media-Clip fest: "Er hat das Potenzial, ein gigantischer Superstar zu werden."

Und gerade die Mannschaft von Trainer Ole Gunnar Solskjaer, aktuell Tabellenfünfter der wegen Corona auf Eis liegenden Premier League, könnte einen gigantischen Superstar gut gebrauchen, um wieder zu altem Glanz zu finden.


BVB visiert Mega-Deal an

Sancho, 2017 aus der Jugend von Manchester City nach Dortmund gewechselt, entwickelte sich dort zu einer der größten Verheißungen des Weltfußballs.

Der gebürtige Londoner (31 Tore und 42 Vorlagen in 90 Pflichtspielen für den BVB) steht bis 2022 unter Vertrag. Dass er ihn einhält, wird seit längerem bezweifelt. Auch sein Klub signalisiert schon recht deutlich, dass er für einen Verkauf im Sommer offen wäre, wenn der Preis stimmt (und die Coronakrise das Transferfenster nicht verhagelt).

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Man müsse "immer auch respektieren, was der Spieler will", sagte Klubboss Hans-Joachim Watzke zuletzt der Bild am Sonntag - und verband es mit der Ansage, "dass selbst die ganz reichen Klubs trotz der existenziellen Krise jetzt nicht glauben müssen, dass sie bei uns auf Schnäppchen-Tour gehen können".


Mit anderen Worten: Trotz der Corona-Pandemie und ihrer Folgen bleibt der BVB bei seinen Ablöse-Vorstellungen - angeblich rund 110 Millionen Euro.

FC Liverpool winkt angeblich ab

Eine Forderung, auf die nur wenige Topklubs eingehen können. Doch während etwa Jürgen Klopps FC Liverpool schon aus dem Poker ausgestiegen sein soll: United könnte den Deal stemmen.

Zwar hat der fehlende sportliche Erfolg der vergangenen Jahre auch finanziell Spuren hinterlassen. Aber: Weltklub United (geschätzter Markenwert: 1,4 Milliarden Euro) gilt - unter anderem aufgrund zahlreicher Sponsorendeals - als gut gerüstet für die Krise.

Uniteds Geschäftsführer Ed Woodward hat immer noch genügend Mittel zur Verfügung - und ist wohl gerade aufgrund der sportlichen Probleme der vergangenen Jahre entschlossener als viele Konkurrenten, sie auch einzusetzen.