Weltraummission Proba-3: Satelliten sollen Sonnenkorona erforschen

Ein Weltraumflug auf den Millimeter genau, mehr als 60.000 Kilometer entfernt von der Erde: Die Weltraummission Proba-3 der Europäischen Raumfahrtagentur soll die Sonnenkorona erforschen, eine dünne Schicht aus heißem Gas um die Sonne. (Proba-2 minisatellite)
Ein Weltraumflug auf den Millimeter genau, mehr als 60.000 Kilometer entfernt von der Erde: Die Weltraummission Proba-3 der Europäischen Raumfahrtagentur soll die Sonnenkorona erforschen, eine dünne Schicht aus heißem Gas um die Sonne. (Proba-2 minisatellite)

Ein Weltraumflug auf den Millimeter genau, mehr als 60.000 Kilometer entfernt von der Erde: Die am Mittwoch im belgischen Antwerpen vorgestellte Weltraummission Proba-3 der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) soll mit deutlich präziserer Technologie als bislang die sogenannte Sonnenkorona erforschen, eine dünne Schicht aus heißem Gas um die Sonne. Zwei Satelliten sollen im September für die Mission ins All starten.

Die Sonnenkorona ist mit bloßem Auge oder durch ein herkömmliches Weltraumteleskop nicht zu erkennen, weil die Sonne so stark blendet. Die beiden ESA-Satelliten sollen deshalb eine Sonnenfinsternis simulieren: Der erste ist mit einem Schild mit 1,40 Meter Durchmesser ausgestattet und spielt die Rolle des Mondes, der sich vor die Sonne schiebt. In der Dunkelheit dahinter kann der zweite Satellit Aufnahmen von den Gasen um die Sonne machen.

Die Sonnenkorona ist bislang wenig erforscht. Die dünne Schicht um die Sonne könnte "mit magnetischen Phänomenen zusammenhängen", erklärte der ESA-Ingenieur Raphaël Rougeot. Die neue Mission solle zudem "gigantische Wellen aus Plasma und Magnetfeldern" erforschen, die aus der Sonnenkorona ins All geschleudert werden. Diese Ereignisse könnten Satelliten und Einrichtungen auf der Erde beschädigen.

Die beiden Satelliten müssen für ihre Mission einen Abstand von 144 Metern auf den Millimeter genau einhalten. Für den Leiter des Projekts, Damien Galano, ist die Mission deshalb auch eine Demonstration der neuesten Technologie. Die ESA setzt auf eine Kombination aus einem Laser, der den Abstand zwischen den Satelliten messen soll, und einem Antriebssystem, das millimetergenaue Änderungen erlaubt.

Insgesamt sind 14 Länder an der ESA-Mission beteiligt. Das Projekt wird von der spanischen Firma Sener und dem belgischen Unternehmen Spacebel geleitet. Teile der Satelliten, die von einer indischen Trägerrakete ins All gebracht werden sollen, stammen von Airbus.

jhm/bfi