Weltrekordversuch: Mit 83 Lesungen durch Deutschland

Der Kinderbuchautor Stefan Gemmel will die schnellste Lesereise durch Deutschland unternehmen und damit einen Weltrekord aufstellen. 83 Lesungen hat er geplant. Wie lange er genau dafür brauchen wird, ist noch offen. Die Hälfte hat er schon geschafft.

Autor Stefan Gemmel in Aktion bei seinem Weltrekord 2012 (Bild: www.weltrekord-lesen.de)

Der Exzentriker Phileas Fogg aus Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ ging die Wette ein, in 80 Tagen den Globus zu umrunden. Die ganze Welt haben sich Kinderbuchautor Stefan Gemmel und Eva Pfitzner, Geschäftsführerin der Leserattenservice GmbH, nicht vorgenommen. Aber immerhin ganz Deutschland – und 83 Lesungen in 13 Tagen. „Eigentlich waren 80 Lesungen geplant, in Anlehnung an die ‚80 Tage um die Welt’, doch dann war der Zuspruch so groß, dass es drei mehr wurden“, sagt Regine Bruns, die Pressesprecherin des Autors.

Vergangenen Montag, pünktlich um 8 Uhr, ging die Tour in Hamburg los. Mehr als 70 Städte hatte das Lese-Team in dem bunten Rekord-LKW vor sich. Gemmel liest in Kulturämtern, Bibliotheken, Buchhandlungen und Schulen. Von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen, von Aachen bis Görlitz. Inzwischen haben Gemmel und Pfitzner die Hälfte bereits geschafft. Gerade sind sie noch in Baden-Württemberg, dann geht es über Bayern in die neuen Bundesländer. „Wir wurden bis jetzt überall mit offenen Armen empfangen, sagt Bruns, „es läuft wirklich sehr gut. Wir hoffen jetzt nur noch, dass Stefan Gemmel weiterhin so gut durchhält.“ Vier bis sechs Lesungen gibt der Autor am Tag, vergangenen Samstag waren es sogar sieben.

Gemmel und Pfitzner vor ihrem Tourbus (Foto: www.weltrekord-lesen.de)

Ein Schiedsrichter überwacht die Rekord-Regeln

Er liest aus seinem Kinderbuch „Im Zeichen der Zauberkugel – Das Abenteuer beginnt“, das im August erschien. Das Buch ist der erste Teil einer Reihe im Carlsen Verlag. Darin geht es um einen 12-jährigen Jungen, der auf dem Dachboden seiner Eltern eine Zauberkugel findet, die ihn in eine andere Welt führt.

Bei dem Rekord geht es nun darum, wie viel Zeit Gemmel für seine Lesereise braucht. „Die Zeitnahme beginnt mit dem ersten Wort der ersten Lesung, und endet mit Schlussformel/Verabschiedung der letzten Lesung“, heißt es in den Regeln des Rekord-Instituts für Deutschland. Dazu kommen weitere Richtlinien, beispielsweise, dass jede Lesung mindestens 60 Minuten vor Publikum dauern muss, und dass in jedem Bundesland mindestens drei Lesungen stattfinden müssen. Damit all diese Regeln auch eingehalten werden, reist Schiedsrichter Olaf Kuchenbecker vom Rekordinstitut mit.

Lesebotschafter des Rekordversuchs ist der Weltmeister-Fußballer Benedikt Höwedes. Was lesen mit Sport zu tun hat, erklärt er so: „Für fast alle Sportarten braucht man gleichzeitig Kopf und Körper.“ Auch beim Lese-Weltrekord treffe sportlicher Ehrgeiz auf „Köpfchen“. „Denn Lesen ist Training fürs Gehirn.“

Bereits der zweite Lese-Weltrekord

Der Autor Gemmel hat bereits 2012 einen Weltrekord aufgestellt und zwar in der Kategorie „Größtes Publikum bei der Lesung eines einzelnen Autors“. Über 10.000 Kinder hatte er versammelt.

Auch diesmal bindet er die Kinder mit ein in seine Lesungen, mit Rätseln, Lesespielen, Gewinnen und einem Vertonungswettbewerb. „Diese Tour ist völlig überraschend“, gibt Pfitzner vom Leserattenservice bekannt. „Da öffnen zum Beispiel Schulen samstags und sonntags ihre Türen und begrüßen alle Schüler zur Lesung.“ Das Betzdorfer Gymnasium in Rheinland-Pfalz habe extra eine Projekt-Band gegründet für die Veranstaltung.

Am Sonntag in Berlin ist die letzte Lesung des Marathons. Sollten Gemmel und Pfitzner bis dahin durchhalten und weiterhin so viele Kinder lauschen, ist der Weltrekord geglückt. Bleibt die Frage: Was ist darüber hinaus der Sinn der Aktion? Die Veranstalter wollen ihre jungen Zuhörer fürs Lesen begeistern. Ob die Kinder ihre Nasen in Zukunft tatsächlich öfter in Bücher stecken werden?

Wann die mobilen Leser wo unterwegs sind, ist unter www.weltrekord-lesen.de nachzulesen.

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