Wende im Bremer Bamf-Skandal? Zweifel am mutmaßlichen Asylbetrug wachsen

Marco Fieber
Die Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge: Jutta Cordt.

Schon seit Monaten beherrscht das Thema Deutschland: der Skandal um die Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf).

Dort sollen zwischen 2013 und 2016 mehr als 1200 Menschen ohne rechtliche Grundlage Asyl erhalten haben. Was folgte waren nicht nur Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bremen und des Bamfs gegen die frühere Leiterin der Außenstelle.

Die Vorgänge haben ebenso die Bundespolitik erschüttert:FDP und AfD fordern einen Untersuchungsausschuss, der Koalitionspartner SPD erhöhte den Druck auf Kanzlerin Angela Merkel. Selbst die Grünen verlangten nach Aufklärung.

Nun mehren sich die Hinweise, dass das vermeintliche Chaos vielleicht doch viel kleiner war – wenn man überhaupt noch von einen Skandal reden kann.

Die neuesten Entwicklungen – auf den Punkt gebracht:

Die tatsächliche Zahl der Fälle:

► Laut NDR und Radio Bremen zeigt ein internes Revisionsverfahren zum Bremer Fall eine viel geringere Problemzahl: Demnach seien bei 975 Verdachtsfällen formale Fehler gefunden worden, den Inhalt der Entscheidungen zweifeln die Prüfer aber nicht an.

► Anders bei 578 von insgesamt 1336 untersuchten Fällen – bei ihnen sei “ein Widerruf geboten”, bemerkten die Prüfer. Das heißt: Die tatsächliche Zahl der Fehl-Entscheidungen beträgt weniger als die Hälfte der bisher öffentlich kommunizierten Zahl. 

► Dazu kommt: Wie das Bamf auf HuffPost-Anfrage mitteilte, betrug die Gesamtzahl aller Entscheidungen in der Bremer Außenstelle zwischen 2013 und 2016 genau 14.815 Fälle – sprich nur rund 4 Prozent aller Entscheide waren wohl fehlerhaft.

Die Hintergründe des vermeintlichen Skandals:

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