Weniger ist mehr bei Altersdiabetes

Quelle: http://www.monks-aerzte-im-netz.de/

Übergewichtige Patienten mit Altersdiabetes (Typ-II-Diabetes) können offenbar effektiver an Gewicht abnehmen, wenn sie nur zwei Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen. Bisher wurde den Patienten immer empfohlen, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen. Darauf weisen die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hin unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie (siehe Posterpräsentation Abstract 163-OR auf der American Diabetes Association vom 21.-25.6.2013 in Chicago), in der übergewichtige Typ-II-Diabetiker für die Dauer von zwölf Wochen auf eine kalorienreduzierte Diät (Reduktion um 500 Kcal pro Tag) gesetzt wurden. „Studienteilnehmer, die sich pro Tag auf zwei Mahlzeiten - Frühstück und Mittagessen - beschränkten, nahmen stärker ab als Studienteilnehmer, die ihre Nahrungsaufnahme im Tagesverlauf auf sechs kleinere Mahlzeiten verteilten. Und das, obwohl sie die gleiche Diät bekamen hinsichtlich der Kalorienmenge und des Gehalts an Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten", berichtet Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. „Doch nicht nur Körpergewicht und Body Mass Index (BMI) wurden durch das zwei-Mahlzeiten-Regime stärker reduziert, sondern auch der Fettgehalt der Leber. Das ist wichtig, weil zu viel Fett in den Leberzellen zu einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber Insulin führt, die für den Altersdiabetes kennzeichnend ist. Tatsächlich war die Rückbildung des Fettgehaltes in den Leberzellen bei der zwei-Mahlzeiten-Diät stärker ausgeprägt als bei der mehre-kleinere-Mahlzeiten-Diät und auch mit einem größeren Anstieg der Insulin-Empfindlichkeit verbunden. Offenbar lässt sich durch die längere Hungerphase zwischen Mittagessen und Frühstück das Fett in der Leber effizienter abbauen, als wenn im Tagesverlauf immer wieder ein wenig Energie zugeführt wird." Hintergrund: Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel steuert. Sobald die Zuckerkonzentration z.B. nach einer Mahlzeit im Blut ansteigt, sorgt das Insulin dafür, dass die Körperzellen Zucker (Glukose) aufnehmen können und der Blutzuckerspiegel wieder sinkt. Demgegenüber kann sich infolge von Übergewicht, Fettsucht, Bewegungsmangel oder einer genetischen Vorbelastung ein Altersdiabetes mit einer zunehmenden Unempfindlichkeit gegenüber Insulin entwickeln, so dass die Blutzuckerwerte der Patienten ansteigen. Ein dauerhaft hoher Zuckergehalt schädigt allerdings die Blutgefäße und die Nerven - Folgeschäden sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetischer Fuß, Augen- und Nierenerkrankungen sowie Nervenstörungen. Überschüssiger Zucker wird außerdem in der Leber in Form von Fett gespeichert. Fettansammlung in der Leber kann allerdings ebenfalls eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels (Insulin-Intoleranz) verursachen und somit eine Erkrankung an Typ-2-Diabetes begünstigen.

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