Wer ist Emmanuel Macron?

Noch vor wenigen Jahren war Emmanuel Macron ein nahezu Unbekannter in Frankreich. Früher Sozialist, dann parteilos, gründete er die Bewegung “En Marche” und zog in den Wahlkampf.

Viele meinen, Macrons überraschender Aufstieg sei auf das Versagen der traditionellen Parteien zurückzuführen. So lagen kurz vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl Politiker der Republikaner und Sozialisten in Umfragen nur auf dem 4. und 5. Platz.

“Es fällt auf, dass anfänglich wenig für ihn sprach, er ging ein Wagnis ein. Einige Menschen vergleichen ihn und seine direkte Art mit einem gewissen jungen Napoleon,” sagt die Journalistin Anne Fulda, die ein Buch über ihn schrieb.

2012 verließ der damalige Banker die Investmentbank Rothschild und wurde Berater für Wirtschafts- und Finanzpolitik von Präsident François Hollande. 2014 übernahm er das Amt des Wirtschaftsministers.

Für seinen unternehmerfreundlichen Kurs und die Reform des Arbeitsmarktes geriet er unter Beschuss. Rechten Kritikern ist das Gesetz zu kompliziert, während es für das linke Lager für den Abbau des Sozialstaates steht.

Mit “En Marche” will Macron eigenen Aussagen zufolge die jahrzehntelange Links-Rechts-Kluft in der französischen Politik überwinden. Er will vor allem nicht als Hollandes Erbe verstanden werden:

Il est temps de cesser le tic tac incessant de la droite et de la gauche depuis plus de 20 ans et de construire une véritable alternance. pic.twitter.com/7lHhrGVf6i— Emmanuel Macron (@EmmanuelMacron) 19. April 2017

Verheiratet ist der 39-Jährige mit seiner früheren Französisch-Lehrerin Brigitte Macron.

Wegen seines aufwendigen Lebensstils und Unklarheiten in Steuererklärungen wurde er wiederholt angegriffen. Beide bewohnen ein luxuriöses Haus in Le Touquet, einem Badeort in der Normandie. Es sei eine wunderschöne Liebesgeschichte, meint Grégoire Campion, ein Vertrauter. Selbst Brigittes Kinder akzeptierten Macron. Diese langjährige Beziehung sei sinnbildlich für Macrons Engagement: So loyal wie zu ihr bekenne er sich auch zu Frankreich.

Kritiker werfen dem ENA-Absolventen vor, elitär und arrogant zu sein. In kürzester Zeit avancierte er jedoch vom Investmentbanker, die sich in Frankreich keiner allzu großen Beliebtheit erfreuen, zu einem der aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten.

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