"Wer ist hier das A…?" Veganer beschweren sich über Fleischgeruch des Nachbarn

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Viele Menschen ernähren sich vegan. Das ist ihr natürlich gutes Recht. Was aber ist davon zu halten, wenn sich Veganer schon am Fleischgeruch stören, den ihre Nachbarn produzieren – sei es durch Kochen, Grillen oder Dörren von Fleischprodukten? Dann ist das Anlass für eine hitzige Diskussion im Netz.

Homemade Beef Jerky with a dehydrator. Selective focus.
Für den einen lecker, für den anderen die Quelle eines unangenehmen Geruchs: Beef Jerky (Symbolbild: Getty Images)

Stein des Anstoßes ist das Anliegen eines reddit-Nutzers. Seit einiger Zeit trägt der Mann einen Konflikt mit seinen Nachbarn aus. Er dörrt "alle paar Monate" mit einem entsprechenden Automaten Fleisch, schreibt er in einem Beitrag auf der Plattform. Seine "alten Nachbarn", denen er "jedes Mal" etwas Beef Jerky, gedörrtes Rindfleisch, abgegeben habe, liebten das, was er tut. Seit etwa sechs Monaten hat er jedoch neue Nachbarn, und die sind von seiner Gewohnheit offenbar gar nicht begeistert.

Da sowohl die Ehefrau als auch der Ehemann Veganer sind, fühlen sie sich von dem Geruch belästigt. Und das lassen sie ihn unmissverständlich wissen, so der Dörrfleisch-Liebhaber. Sie hätten ihn aufgefordert, draußen kein Fleisch mehr zu dörren. Von dem Geruch werde ihnen schlecht. Der Mann schlug die, wie er meint, "unhöflich" vorgetragene Bitte mit mehreren Argumenten ab: Er könne das Fleisch wegen des "starken Geruchs" doch nicht drinnen dörren. Außerdem bereite er die Spezialität nur "einmal alle zwei oder drei Monate" zu. Drittens könnte er das gerne mit etwas mehr Abstand zu ihrem Wohnbereich tun.

"AITA?" – Bin ich hier das A…?

Kurzum, alles blieb beim Alten. Vergangene Woche erhielt der Dörrfleisch-Liebhaber dann die nächste Beschwerde. Diesmal wäre die Nachbarin "viel wütender" gewesen, meint er, ihre Forderung blieb dafür klipp und klar: Bitte aufhören mit dem Dörren, sie und ihr Kind würden krank von dem Fleischgeruch. Eindeutig fiel auch die Antwort aus: Nein, aber ihr könnt doch einfach euer Haus schließen. Nun fragt der Mann, den letztlich das schlechte Gewissen umtreibt, die reddit-Gemeinde: "AITA?". Das heißt: "Am I the a....?" Ist er also das A… in dieser Geschichte?"

Die Frage erhielt viele Antworten. Die meisten Nutzer schlagen sich die Seite des Mannes. "Du bist hier nicht das A…", schreibt ein*e Nutzer*in. "Es ist immerhin dein Hof. Aber vielleicht könntest du etwas mehr Abstand zu deinen Nachbarn halten." Ein*e ander*r Nutzer*in meint: "Ich bin selbst Veganer*in, und du bist nicht das A…. Du tust es nicht jede Woche und es ist dein Garten. Du könntest ihnen aber eine Nachricht hinterlassen, wann du das nächste Mal wieder Fleisch dörren willst." In einem dritten Kommentar heißt es: "Die Ansprüche mancher Leute erstaunen mich".

Kompromissbereiter Dörrfleisch-Liebhaber

Ein paar Nutzer halten es mit den Nachbarn. "Fleisch dörren ist echt eklig", heißt es in einem Beitrag. Ein reddit-Mitglied ist der Meinung: "Alter, wen du nicht willst, dass sich der Dörrfleisch-Geruch in deinem Haus festsetzt, dann kannst du dir vielleicht vorstellen, warum sie etwas gegen den Gestank in ihrem Garten haben." Verständnis für die Nachbarn spricht auch aus diesem Kommentar: "Wenn Ihr Nachbar etwas in seinem Garten tut, das Sie betrifft, dann wäre es doch fair, ihn aufzufordern, es zu unterlassen".

Die Antworten waren offenbar von Nutzen. Aus ihnen leitet der Mann die Schlussfolgerung ab: "Looks like I'm NTA" – "Sieht aus, als wäre ich nicht das A…". Auf Konfrontationskurs will er deshalb aber nicht gehen, vielmehr signalisiert er Kompromissbereitschaft. "Ich werde mich bemühen", schreibt er, "ein gutes Verhältnis mit meinen veganen Nachbarn zu haben und sie in Zukunft warnen. Hoffentlich sind sie damit einverstanden, mehr kann ich nicht tun."

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