Wer kann Werth beim Weltcup-Finale stoppen?

Dressurreiterin Isabell Werth ist kaum zu stoppen. Foto: Nati Harnik

Die Augen blitzten. Angriffslustig präsentierte sich Isabell Werth nach dem glänzenden Auftakt beim Weltcup-Finale in den dunklen Katakomben des CenturyLink Centers von Omaha.

Fröhlich grinsend sagte die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt zu ihren Chancen auf einen erneuten Weltcup-Triumph am Samstag: «Ohne Fehler reiten, dann kann es gehen.» Wer also soll sie bei der Weltcup-Premiere im US-Bundesstaat Nebraska stoppen? Seit dem Ruhestand von Charlotte Dujardins Ausnahmepferd Valegro scheint es kaum ebenbürtige Gegner für Werth und Weihegold zu geben, die den Auftakt in Omaha klar gewann.

Zumindest eine Konkurrentin zeigte sich mutig. «Alles ist möglich», lautete die frech klingende Ansage der US-Amerikanerin Laura Graves, die beim Grand Prix mit Verdades dennoch klar hinter Werth und Weihegold lag. Werth gefiel diese Kampfansage. «Das wollen wir dann mal sehen», konterte die 47-Jährige aus Rheinberg. «Ich habe gute Chancen und wage zu behaupten: Da muss Laura erstmal besser sein.»

Werth ist trotz einer mehr als 25-jährigen Karriere mit sechs Olympiasiegen, sieben WM-Titeln und mehr als zwei Dutzend anderer Medaillen längst nicht satt oder müde. «Den Leistungsvergleich liebe ich immer noch», betonte die Reiterin, die bei der EM 1989 ihr erstes Gold gewonnen hatte.

Derzeit scheint Werth stärker denn je zu sein. Von elf internationalen Wettkämpfen des laufenden Jahres gewann sie zehn. Auch in Omaha ritt sie mit ihrer zwölfjährigen Stute zu 82,300 Prozentpunkten. Graves folgte auf Verdades (79,800) mit deutlichem Abstand. Rang drei ging an den Briten Carl Hester mit Nip Tuck (76,671).

«Ich bin wirklich sehr, sehr zufrieden, Weihegold war wirklich fantastisch», sagte die Siegerin über ihren Ritt. «Ich hatte nur einen kleinen Fehler in den Zweierwechseln und sonst sehr viele Höhepunkte. Den einzigen Patzer kommentierte sie in ihrer unnachahmlichen Art: «Das war ein bisschen dumm.» Die Rheinländerin hat die Gabe, auch über sich selber lachen zu können.

Bis auf den Fehler hatte Werth ihre Stute sicher unter Kontrolle, auch wenn Weihegold anfangs «ein bisschen angespannt» war. Die Atmosphäre im riesigen CenturyLink Center sei mit den enthusiastischen US-Fans «elektrisierend», berichtete Werth. «Das hat sie beeindruckt.» Es klang durchaus nach Vorfreude, als Werth mit Blick auf die entscheidende Kür ankündigte: «Das wird am Samstag bestimmt nicht weniger.»    

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