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Weselsky: Bahn will Zehntausenden Tarifergebnis mit GDL verweigern

Nach der Einigung im Tarifstreit mit der Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL den Anwendungsbereich der erzielten Ergebnisse kritisiert. (Tobias SCHWARZ)
Nach der Einigung im Tarifstreit mit der Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL den Anwendungsbereich der erzielten Ergebnisse kritisiert. (Tobias SCHWARZ)

Nach der Einigung im Tarifstreit mit der Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL den Anwendungsbereich der erzielten Ergebnisse kritisiert. Der aktuelle Tarifkonflikt sei zwar beigelegt, die Auseinandersetzung mit der Bahn sei aber "noch lange nicht zu Ende", sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Dienstag. Die Bahn wolle das Tarifergebnis "in nur 18 Betrieben anwenden" und das bedeute für Zehntausende, dass sie die Tarifverbesserungen "nicht erhalten sollen".

Das liege am Tarifeinheitsgesetz (TEG), das von der Bahn "tendenziös" angewendet werde, "mit dem Ziel, die GDL in die Knie zu zwingen", fuhr Weselsky fort. Die GDL kritisiert das TEG seit langem. Es wird bei der Bahn seit Anfang 2021 umgesetzt und soll Tarifkollisionen vermeiden, denn die GDL und die deutlich größere Konkurrenzgewerkschaft EVG verhandeln teils für dieselben Berufsgruppen.

Das TEG besagt, dass in einem Betrieb nur noch die Tarifverträge einer Gewerkschaft gelten und zwar derjenigen, die in dem Betrieb die meisten Mitglieder hat. Nach Angaben der Bahn war das zuletzt in 282 der 300 Betriebe bei der Bahn die EVG und in 18 Betrieben die GDL.

Grundsätzlich sprach Weselsky bei dem mit der Bahn erzielten Tarifergebnis von einem "historischen Durchbruch" und einem "Erfolg auf ganzer Linie". Diese Runde sei seine härteste Tarifauseinandersetzung gewesen, sagte Weselsky zugleich. Das habe vor allem an den hohen Forderungen der Gewerkschaft gelegen, weil sie sich getraut habe, die 35-Stunden-Woche auf die Tagesordnung zu setzen.

hcy/hol