Wespen töten – Bußgeld bis 65.000 Euro droht

·Freiberufliche Journalistin

Ob im Haus, im Garten oder am gedeckten Tisch – Wespen sind in diesem Sommer eine echte Plage. Töten darf man die schwarz-gelben Brummer jedoch nicht. Dafür sind hohe Bußgelder vorgesehen.

Wespen sind wichtig fürs Ökosystem, sie fressen Schädlinge, vernichten Aas und bestäuben Blüten. (Bild: Getty Images)
Wespen sind wichtig fürs Ökosystem, sie fressen Schädlinge, vernichten Aas und bestäuben Blüten. (Bild: Getty Images)

Gegrilltes Fleisch, Eis, Kuchen und süße Limo – spätestens, wenn solche Leckereien auf dem Tisch stehen, sind sie da: Wespen. In diesem Jahr gelten sie als echte Plage. Es gibt mehr, als in den Sommern zuvor. Der Grund ist das trockene und heiße Wetter, das den Insekten besonders gut bekommt.

"Unsere Daten deuten darauf hin, dass wir 2022 ein Wespenjahr haben", so Stephan Härtel, Biologe und Wespenexperte vom Nabu Berlin, gegenüber dpa. In diesem Frühjahr seien besonders viele Wespenköniginnen unterwegs gewesen, um ein Nest zu gründen. Weil es in der sensiblen Phase der Neugründung etwa im Mai keine längere Kälteperiode gegeben habe, seien die Tiere gut durchgekommen.

Panik vor Stichen ist groß

Doch wenn die Brummer im Haus oder am gedeckten Tisch auftauchen, kann nicht jeder gelassen bleiben. Viele Menschen haben Angst vor schmerzenden Stichen oder dass ihre Kinder in den Mund gestochen werden könnten, wenn sie Süßes verzehren.

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Dennoch ist es verboten, Wespen ohne vernünftigen Grund zu töten. Denn die schwarz-gelb gestreiften Insekten sind wichtig für unser Öko-System. Sie vernichten Schädlinge, fressen Larven von Fliegen sowie Käfern, vertilgen Aas und bestäuben Blüten.

Mehr als 10.000 Wespenarten gibt es in Deutschland. Viele von ihnen sind friedfertig und gehören zu den geschützten Arten. "Ohne einen ,vernünftigen Grund‘ (§ 39 BNatSchG) dürfen Wespen nicht getötet werden. Einzige Ausnahme: Allergiker. Für diese Personengruppe besteht im Falle eines Wespenstichs mitunter Lebensgefahr. Hier muss daher eine Ausnahme gelten. Das heißt, wer auf Wespen allergisch ist, darf eine Wespe töten ohne ein Bußgeld zu bekommen", so das Mobilitätsmagazin von bussgeldkatalog.org.

Bußgelder zwischen 5000 Euro und 65.000 Euro

Für alle anderen gilt: Wer Wespen schadet und sich nicht an die gesetzlichen Vorschriften hält, kann kräftig zur Kasse gebeten werden. Je nach Bundesland sieht der Bußgeldkatalog dafür hohe Strafgelder vor. Das Fangen, Verletzen oder Töten von Wespen ohne triftigen Grund kann in den meisten Bundesländern mit 5000 Euro bestraft werden. Handelt es sich um eine besonders geschützte Art, wie etwa die Kreiselwespe oder die Knopfhornwespe kann das bis zu 65.000 Euro kosten.

Ähnlich hohe Strafgelder sind vorgesehen, wenn ohne vernünftigen Grund Wespennester beschädigt oder zerstört werden.

Nabu-Prognose: 2022 ist Wespenjahr

Aber wie viel Geld Betroffene tatsächlich zahlen müssen, hänge auch immer vom Einzelfall ab, so busgeldkatalog.org: "Wer im Biergarten eine Wespe tötet, muss daher nicht unbedingt damit rechnen, ein Bußgeld in Höhe von beispielsweise 5.000 Euro zahlen zu müssen."

Wer allerdings ganze Wespenvölker vernichtet, die womöglich auch noch auf der roten Liste für Artenschutz stehen, für den kann es schnell teuer werden.

Wer Tipps und Hilfen rund um Wespennester benötigt, kann sich an den Nabu oder den BUND wenden. Auch die unteren Naturschutzbehörden der Kreis- und Stadtverwaltungen können meist kompetente Ansprechpartner vermitteln.

Weitere Informationen zum Thema Wespen sowie die möglichen Bußgelder gestaffelt nach Bundesländern finden Sie auch hier bei Bußgeldkatalog.org.

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