Westaustralien bezeichnet sich als "sichersten Ort der Welt"

·Freie Autorin
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Denkt man an die sichersten Länder der Erde, kommt einem wohl nicht als erstes Australien - Heimat vieler der gefährlichsten Tiere der Welt - in den Sinn. Mit der Corona-Pandemie soll sich das geändert haben - zumindest, wenn es nach dem westaustralischen Premierminister geht. Mit seinen Aussagen verärgert er jedoch viele Bürger des Bundesstaates.

Perth ist Westaustraliens Hauptstadt - und damit die des
Perth ist Westaustraliens Hauptstadt - und damit die des "sichersten Ortes der Welt" (Bild: Getty Images)

Der australische Bundesstaat Westaustralien hat im Rahmen strenger Corona-Maßnahmen seine Grenzen geschlossen. Dem dortigen Premierminister Mark McGowan zufolge darf sich der Staat deshalb nun als "sicherster Ort der Welt" bezeichnen - und will als solcher künftig auch Touristen anlocken. 

In einer Pressekonferenz, in der er die Pläne für die Wiederöffnung der Grenzen vorstellte, nannte McGowan die umstrittene Grenzschließung nun "gerechtfertigt", insbesondere angesichts der Ausbreitung der neuen Corona-Variante Omicron. "Dank der Wirkung unseres vorsichtigen und umsichtigen Ansatzes kann sich Westaustralien jetzt mit einer neuen Marke positionieren - der von Sicherheit, Stabilität und Stärke. Und mit dieser Marke wollen wir nun weltweit die Werbetrommel rühren", wird er von "The Guardian" zitiert. 

Bürger, die auf Einreise warten, sind verärgert

Dies folgt einer neuen Tourismus-Kampagne, bei der bereits westaustralische Bürger dazu animiert werden sollen, die örtlichen Angebote zu nutzen, um der Branche finanziellen Aufschwung zu verschaffen. Bald sollen nun auch internationale Touristen wieder ins Land dürfen. Den Zeitpunkt hierfür nannte der Premier allerdings noch nicht. 

Diese Äußerungen stießen nicht bei allen Westaustraliern auf Zuspruch. Die einen freuten sich über die Aussicht auf geöffnete Grenzen. McGowan verärgerte mit seinen Aussagen jedoch diejenigen Bürger, die sich außerhalb des Staates befinden und seit Wochen darauf warten, wieder nach Hause zurückkehren zu dürfen. 

Auch Anwohner anderer Bundesstaaten, die Verwandte oder Freunde in Westaustralien haben, sind wegen der Grenzkontrollen frustriert. Aus New South Wales darf beispielsweise nur einreisen, wer voll geimpft ist, eine Genehmigung hat und sich für 14 Tage in Quarantäne begibt. Bürger aus Victoria, das als Hochrisikogebiet gilt, darf derzeit niemand nach Westaustralien - auch nicht aus familiären Gründen. 

Video: Tausende protestieren in Australien gegen Corona-Regeln

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