Wetter: Nach Aprilkälte nächste Woche endlich Hoffnung auf Wärme?

Yahoo Redaktion
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Scheune in Laatzen (Niedersachsen) am frostigen Donnerstagmorgen: Der April 2021 war bisher besonders kalt (Bild: Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Scheune in Laatzen (Niedersachsen) am frostigen Donnerstagmorgen: Der April 2021 war bisher besonders kalt (Bild: Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Halbzeit beim April und der Monat ist bisher deutschlandweit gesehen rund 1,5 Grad kälter als das Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990. Der Monat war bisher richtig kalt und das dürften auch die meisten von uns gemerkt haben.

Allein in dieser Woche gab es fast jeden Morgen Frost und Scheiben kratzen war angesagt, an manchen Orten musste man im April schon öfters die Scheibe seines Autos freikratzen als im vergangenen Dezember 2020. Sein Niederschlagssoll hat der Monat deutschlandweit gesehen zu 40 Prozent erfüllt, ist damit bisher also etwas zu trocken. Die kommenden 14 Tage soll es oft nur noch kurze Schauer geben. Das könnte bedeuten, dass nach dem März, auch der April zu trocken ausfallen könnte. Die Zeichen stehen auch in diesem Jahr scheinbar mal wieder auf Trockenheit. 

Heute liegt ein dickes Kälte-Ei genau über Deutschland. In rund 5500 m Höhe liegen die Temperaturen bis minus 40 Grad. Normal werden in dieser Höhe zu dieser Jahreszeit nur um die minus 20 bis minus 25 Grad gemessen. Es ist also deutlich zu kalt. Diese Kälte spüren wir auch unten am Erdboden. Durch die große Kälte in der Höhe und den tagsüber von der Sonne aufgeheizten Erdboden bilden sich jeden Tag rasch dicke Schauerwolken, teilweise mit Graupel und Schnee und sogar Blitz und Donner sind dabei. Da stellt man sich langsam die Frage: Wann wird es endlich wieder wärmer? 

Allmählich Besserung in Sicht

"Nächste Woche wird es ganz langsam wärmer. Dabei liegt die Betonung auf LANGSAM. Jeden Tag klettern die Temperaturen ein kleines Stück weiter in die Höhe, aber nicht unbedingt immer bei Sonnenschein. Es wirbeln immer wieder Höhentiefs über unseren Köpfen rum und die bringen auch immer wieder mal kleine Kälterückfälle. Da können die Höchstwerte von Tag zu Tag und Region zu Region ganz schön unterschiedlich sein. Dazu immer wieder die typischen Aprilschauer. So wirklich durchgehend wolkenloser Himmel und Topwerte überall um 20 Grad oder mehr sind eher unwahrscheinlich. Immerhin verschwindet nachts zunehmend der Frost aus Deutschland. Schaut man sich den ersten Trend für den Monat Mai an, so soll dieser auch nicht unbedingt extrem warm ausfallen. Die Langfristwettermodelle setzen da eher auf Durchschnittskost", erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met auf dem Wetterportal wetter.net.

Insgesamt kann man sagen bemüht sich der Frühling in der kommenden Woche, aber er hat so seine Schwierigkeiten, aus dem extremen Kälteloch rauszukommen. Nirgendwo sonst ist es aktuell in Europa in der Höhe so kalt wie genau über Deutschland. Da ist es kein Wunder, dass es erstmal unterkühlt weitergeht. Das ist die Wetterentwicklung der kommenden Tage:

  • Freitag: 6 bis 10 Grad, im Osten Wolken, dort teilweise etwas Regen oder Schnee, sonst ein Mix aus Sonne und Wolken

  • Samstag: 5 bis 13 Grad, im Osten Wolken und weiterhin Niederschlag, nach Westen Sonnenschein und Wolken

  • Sonntag: 7 bis 12 Grad, mal Sonne, mal Wolken und dazwischen Schauer

  • Montag: 11 bis 15 Grad, wärmer, aber auch Schauerwetter

  • Dienstag: 13 bis 17 Grad, Mix aus Sonne, Wolken und Aprilschauern

  • Mittwoch: 12 bis 17 Grad, mal Sonne, mal Wolken, kaum Schauer

  • Donnerstag: 13 bis 19 Grad, meist freundlich, kaum Schauer

  • Freitag: 14 bis 20 Grad, meist freundlich und trocken

Der Frühling tut sich in diesem Jahr sehr schwer. Am Freitagmorgen früh kann es rund um Sachsen sogar eine weiße Überraschung geben. Da zieht ein kleines Tief mit seiner Wetterfront heran. Es schneit schon am frühen Morgen bis in tiefe Lagen. Die Straßen können ganz schön glatt werden.

Woran liegt es, dass es so kalt ist? Die Wetterlage ist derzeit wie in Stein gemeißelt. Wir haben auf der einen Seite das Hoch Queen. Das liegt seit Tagen passenderweise (kein Witz!) über Großbritannien. Dann gibt es ein Tief bei Skandinavien. Zwischen dem Hoch und dem Tief ist damit der Weg frei für eine kalte Strömung aus nördlichen Richtungen. Und dieser Wetterlage ist seit Tagen unverändert und festgefahren. Daher sitzt wir in Mitteleuropa und Deutschland mittendrin im Kälteloch und bekommen heute das Kälte-Ei als Höhepunkt noch obendrauf gepackt.

Nächste Woche gibt es also Chancen auf wärmeres Wetter, aber es geht mit den Höchstwerten wirklich sehr langsam nach oben!