Wetter: Nach frostigem April legt auch der Mai einen Kaltstart hin

Yahoo Redaktion
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Wolken spiegeln sich am Montagmorgen im Wasser der Müritz-Elde-Wasserstraße im Naturschutzgebiet Lewitz (Mecklenburg-Vorpommern) (Bild: Jens Büttner/dpa)
Wolken spiegeln sich am Montagmorgen im Wasser der Müritz-Elde-Wasserstraße im Naturschutzgebiet Lewitz (Mecklenburg-Vorpommern) (Bild: Jens Büttner/dpa)

Was für eine krasse Wetterlage. Der Start in die neue Woche fiel teilweise eisig kalt aus. Wir haben stellenweise Frühwerte in 2 Metern Höhe unter -5 Grad gemessen, direkt über dem Erdboden gab es im nördlichen Brandenburg in Zehdenick extreme minus 10,2 Grad und das nur wenige Tage vor dem 1. Mai. Eine ungewöhnliche Kälte für diese Jahreszeit.

Der April könnte nun sogar der frostigste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 werden. Noch nie hat ein April so viel Frost gebracht wie in diesem Jahr. Und der Mai? Der startet ja schon am kommenden Samstag und auch dieser Tag soll deutlich kälter als im langjährigen Klimamittel ausfallen. Teilweise sogar richtig frisch mit Tageswerten unter 10 Grad und Bodenfrost am frühen Morgen. Für die Natur und die Landwirtschaft sind diese kalten Nächte ein echter Graus. Sie können für schwere Frostschäden an den Pflanzen sorgen.

"Das Wetter in diesem April lehrt uns das frösteln. Es gab viele Nächte mit Frost und das teilweise nicht zu knapp. Aktuell hat der Monat eine mittlere Temperatur von 5,6 Grad. Normal sind nach dem neuen Klimamittel 1991 bis 2020 9,0 Grad. Da liegen wir meilenweit weg. Selbst das alte Klimamittel 1961 bis 1990 mit 7,4 Grad werden wir nicht erreicht. Es ist der erste Monat der mal wieder kälter als das alte Klimamittel ist seit Mai 2019. Seit dem waren alle Monate 'normal' oder deutlich wärmer als das Klimamittel. Und es ist weiterhin keine deutliche Erwärmung in Sicht. Deutschland steckt in der Kältefalle. Das Hoch Sandra bringt zwar viel Sonne, aber eben auch kühle Luftmassen und die werden bei uns erstmal von der Sonne erwärmt. Nachts gibt es keine Sonne die wärmen könnte und daher stürzen die Werte dann in den Keller. Die Nächte sind oftmals klar. Kommende Nacht (auf Dienstag) kommt uns das gelegen. Da ist nämlich ein Supermond zu sehen. Der Mond ist nicht anders als sonst auch, aber er ist eben ziemlich nah in seiner Umlaufbahn an der Erde dran. Daher wirkt er größer als sonst. Da die kommende Nacht wieder recht klar ist, kann man den Supermond in vielen Teilen Deutschlands in der kommenden Nacht bestaunen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met (www.qmet.de) auf dem Wetterportal wetter.net.

Der April ist aktuell nicht viel wärmer als der März. Der Wonnemonat Mai wird am kommenden Wochenende ebenfalls zu kalt starten. So geht es beim Wetter in den kommenden Tagen weiter:

  • Montag: 10 bis 20 Grad, viel Sonne und trocken

  • Dienstag: 10 bis 19 Grad, sonnig und trocken

  • Mittwoch: 13 bis 21 Grad, erst Sonne, dann mehr Wolken, erste Schauer

  • Donnerstag: 9 bis 17 Grad, wechselhaft mit Schauern, Regen und Gewittern

  • Freitag: 9 bis 17 Grad, durchwachsen mit Schauern

  • Samstag (1. Mai): 6 bis 13 Grad, Schauerwetter, in den Hochlagen der Alpen Schnee

  • Sonntag: 7 bis 13 Grad, unbeständig, Sonne und Wolken, einzelne Schauer, in den Alpen Schneeregen oder Schnee

In der kommenden Nacht gibt es wieder leichten Luftfrost, dazu dann stellenweise auch noch mäßigen Bodenfrost. Die Kälte geht in die nächste Runde. Auch der Mittwochmorgen bringen stellenweise noch etwas Frost. Dann werden die Wolken zahlreicher in den Nächten und es gibt so gut wie keinen Frost mehr – erstmal.

Doch in der ersten Maiwoche wird es dann auch nachts wieder kälter. Zumindest Bodenfrost ist dann wieder verbreitet möglich. Die Natur ist aufgrund der kühlen Wetterlage ziemlich langsam und träge unterwegs. Das merkt man am besten am Spargel. Der will bei dieser Kälte erst gar nicht aus der Erde kommen.

Der US-Wetterdienst NOAA rudert indessen bei seiner Maiprognose immer weiter zurück. Zunächst hätte der Mai rund 0,5 bis 1 Grad wärmer als das Klimamittel ausfallen sollen. Nun soll es gar keine Abweichung nach oben mehr geben (weiße Farbflächen auf der nachfolgenden Karte). Gefühlt wäre das dann für die meisten Menschen ein zu kalter Mai. 

"Der Frühling 2021 tut sich extrem schwer. Dabei hat er teilweise einen recht guten Auftakt hingelegt. Die letzte Februarwoche war rekordwarm, ebenso die letzte Märzwoche. Doch seit Ostern ist beim Frühling der Wurm drin. Die Wetterlage ist wie festgefahren. Immer wieder kommen kalte Luftmassen aus Nordeuropa nach Deutschland. Ob uns das auch im Sommer droht? Das kann heute noch keiner sagen", erklärt Wetterexperte Jung.

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