Weihnachtstage in Deutschland weiter recht mild

Wetterkapriolen in ganz Europa

Weihnachten im Biergarten: Die diesjährigen Feiertage sind die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der offizielle Allzeitrekord für einen Heiligen Abend wurde mit 18,9 Grad in Freiburg gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte.

Die in manchen Berichten zu findende Temperatur von mehr als 20 Grad an Heiligabend in München sei nicht auszuschließen. Sie lasse sich aber nicht von einer amtlichen Wetterstation bestätigen, erklärten die Meteorologen. Verantwortlich für das warme Wetter im Süden ist das Randtief Rita, das in Verbindung mit viel Sonnenschein das Quecksilber in die Höhe treibt.

Als besonders außergewöhnlich hob der Deutsche Wetterdienst die Messwerte von dem 977 Meter hohen Oberpeißberg bei München hervor. In der bergigen Höhe seien am Morgen des Heiligen Abends - abgesehen von einigen Stationen in Sizilien und Spanien - die höchsten Temperaturwerte Europas gemessen worden. Mit 16,8 Grad erreichte das Thermometer einen Höchstwert, den es dort am 24. Dezember seit mehr als 200 Jahren nicht mehr erreicht hatte.

In den kommenden Tagen wird sich das Wetter allmählich wieder jenem Stand anpassen, der für die Jahreszeit typisch ist. Tiefdruckgebiete bringen aus dem Westen Niederschläge heran. In Süddeutschland kann es zu Sturmböen kommen, im Norden muss ab Freitag wieder mit glatten Straßen gerechnet werden. Die Schneefallgrenze sinkt dann wieder auf einen winterlichen Wert von 400 bis 800 Meter.

In der russischen Hauptstadt fiel das Thermometer Heiligabend auf minus 25 Grad - zehn Grad kälter als normalerweise in dieser Jahreszeit. In Sibirien waren in diesem Monat sogar fast minus 60 Grad gemessen worden.

Die Zahl der Todesopfer durch die Kältewelle in Russland stieg auf 123. Die Todesfälle seien auf Unterkühlung und Erfrierungen zurückzuführen, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Medizinerangaben. Am Montag war noch von 90 Kältetoten die Rede gewesen. In der Ukraine wurden mehr als 80 Todesopfer gezählt.

Dagegen holten im Süden Frankreichs und in Italien Urlauber und Einwohner Shorts und Badesachen heraus: In Biarritz an der französischen Atlantikküste wurde es am Sonntag 24,3 Grad warm, wie die Wetterbehörde erklärte. Das sind fast zwölf Grad mehr als die Durchschnittstemperatur zu dieser Jahreszeit. Im sizilianischen Catania waren 22 Grad vorhergesagt.

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