So wettert ein AfD-Abgeordneter gegen die Frauenquote

Heiner Merz könnte eine E-Mail zum (politischen) Verhängnis werden. (Bild: dpa)

Ein Abgeordneter der AfD in Baden-Württemberg hat sich in einer E-Mail verächtlich über Frauenquoten geäußert. Diese würden nur “dummen” und “hässlichen” Frauen helfen. Über sich selbst behauptet er, nicht frauenfeindlich zu sein.

Heftige Kritik muss derzeit Heiner Merz, Landtagsabgeordneter der AfD aus Heidenheim, einstecken. Der Politiker hatte auf eine Mail des Umweltministeriums geantwortet, in der darum gebeten wurde, zwei Posten in Umweltbeiräten zu besetzen und dabei die angestrebte Frauenquote zu berücksichtigen. Der 55 Jahre alte Merz wollte das nicht einfach hinnehmen.

 “Heute wird es wohl zur Pflicht”

Er schrieb am 25. Oktober 2018 an eine Behördenmitarbeiterin: “Quoten nützen übrigens nur unqualifizierten, dummen, faulen, hässlichen und widerwärtigen Frauen; die Guten, Bemühten und passend Qualifizierten fanden und finden ihren Weg alleine.” Merz erwähnte in dem Schriftverkehr auch, dass es früher verboten gewesen sei, Frauen allein wegen ihres Geschlechts einzustellen. “Heute wird es wohl zur Pflicht.”

Unter AfD-Politikern hält man offensichtlich nicht viel von Quotenregelungen. (Bild: Getty Images)

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller von den Grünen wirft Merz frauen- und menschenverachtende Äußerungen vor. Die Mail habe ihn laut der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” schockiert. Untersteller habe einen Brief an Landtagspräsidentin Muhterem Aras verfasst und fordere darin, die Wortwahl des AfD-Politikers im Präsidium zu diskutieren.

Vorfall wird im Landtag thematisiert

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt Merz keine Reue. Er stehe nach wie vor zu dem Wortlaut, den er in der Mail verwendet habe. “Ich bin auf keinen Fall irgendwie frauenfeindlich”, betont Merz. Durch eine Quote würden seiner Meinung nach jedoch immer wieder besser qualifizierte Männer in den Hintergrund gedrängt werden. “Ich bin fassungslos, was da vor sich geht”, so der Politiker.

In der “Südwest Presse” kündigt Muhterem Aras an, den Vorfall in der nächsten Präsidiumssitzung am 11. Dezember auf die Agenda zu setzen. Gegenüber der Zeitung sagte sie außerdem: “Wir feiern 100 Jahre Frauenwahlrecht: Ich bin ehrlich entsetzt über Ton und Inhalt der Antwort eines Mandatsträgers der AfD auf das Schreiben des Umweltministeriums.”

Auch der Fraktionsvorsitzende der AfD im baden-württembergischen Landtag zeigte sich kritisch, was die E-Mail von Heiner Merz betrifft. Zur Deutschen Presse-Agentur sagte Bernd Gögel, dass der Fall aufgeklärt werden müsse.

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