WHO bestätigt weltweit ersten Todesfall eines Menschen durch Vogelgrippe-Variante H5N2

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den weltweit ersten Todesfall eines Menschen durch die Vogelgrippe-Virusvariante H5N2 bestätigt. (Fabrice COFFRINI)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den weltweit ersten Todesfall eines Menschen durch die Vogelgrippe-Virusvariante H5N2 bestätigt. (Fabrice COFFRINI)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den weltweit ersten Todesfall eines Menschen durch die Vogelgrippe-Virusvariante H5N2 bestätigt. Wie die WHO am Mittwochabend in Genf mitteilte, starb in Mexiko ein 59-jähriger Mensch, der nach der Infektion mit der Virusvariante unter Fieber, Kurzatmigkeit, Durchfall und Schwindel gelitten habe. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er Kontakt zu "Geflügel oder anderen Tieren" gehabt habe.

Nach Angaben des mexikanischen Gesundheitsministeriums hatte der 59-Jährige unter einem chronischen Nierenleiden, Diabetes Typ II und seit langem bestehendem Bluthochdruck gelitten. Die WHO führte aus, der Mann habe am 17. April die Vogelgrippe-Symptome entwickelt. Am 24. April sei er in der Hauptstadt Mexiko-Stadt ins Krankenhaus eingeliefert worden und dort noch am selben Tag gestorben.

Nach einer Bestätigung durch mehrere Tests meldeten die mexikanischen Gesundheitsbehörden der WHO den Todesfall am 23. Mai. Wie der Betroffene sich angesteckt hatte, ist unklar. In Mexiko sind allerdings bereits H5N2-Infektionen bei Geflügel aufgetreten, unter anderem im Bundesstaat Mexico, in dem der Verstorbene lebte.

Die WHO schätzt das Risiko für Menschen in den betroffenen Regionen trotz des Todesfalls als "gering" ein. Das mexikanische Gesundheitsministerium versicherte, es bestehe "kein Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung". Die Tests bei den Kontaktpersonen des Verstorbenen seien allesamt negativ ausgefallen. Die Behörden prüften demnach die Lage in landwirtschaftlichen Betrieben in der Nähe des Wohnorts des Verstorbenen und richteten ein Überwachungssystem ein, um mögliche H5N2-Infektionen bei Wildtieren zu entdecken.

In Mexikos Nachbarland USA breitet sich seit Wochen die Vogelgrippe-Virusvariante H5N1 aus und hat dort unter anderem auch Milchviehherden befallen. Vereinzelt wurden auch Infektionen bei Menschen festgestellt, Übertragungen von Mensch zu Mensch wurden jedoch nicht registriert.

Die Variante H5N2 gilt als weniger stark krankheitserregend als H5N1. Bei Vieh wurde H5N2 in den vergangenen Jahren schon in mehreren Ländern festgestellt. Eine Übertragung der Virusvariante auf einen Menschen war bislang nicht bestätigt worden.

yb/lt