WHO fordert Fokus auf Gesundheit im Kampf gegen Klimawandel

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Klima-Demo in Brüssel (AFP/NICOLAS MAETERLINCK)

Wenige Wochen vor dem Klimagipfel COP26 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen, um die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Menschen einzudämmen und somit Millionen Leben zu retten. "Der Klimawandel ist die größte Gesundheitsgefahr für die Menschheit", hieß es in einem am Montag veröffentlichten WHO-Sonderbericht anlässlich der Ende Oktober startenden Konferenz. Die Länder müssten sich ehrgeizige nationale Klimaschutzverpflichtungen auferlegen, um eine gesunde Erholung von der Corona-Krise zu fördern, forderte die WHO.

"Die Verbrennung von fossilen Brennstoffen bringt uns um", schrieb die Organisation in dem Bericht weiter. Sie gab der Weltgemeinschaft zehn Empfehlungen an die Hand, wie die gesundheitlichen Vorteile der Bekämpfung des Klimawandels maximiert und die schlimmsten gesundheitlichen Auswirkungen der Klimakrise vermieden werden können.

Zeitgleich mit dem WHO-Bericht wurde ein offener Brief veröffentlicht, in dem 45 Millionen Angehörige der Gesundheitsberufe - etwa drei Viertel des weltweiten Gesundheitspersonals - vertreten durch über 300 Organisationen vor der Klimakrise warnen. Diese werde "weitaus katastrophaler und länger andauernd als die Corona-Pandemie" sein.

Der Bericht und der offene Brief kommen zu einem Zeitpunkt, an dem unter anderem noch nie dagewesene extreme Wetterereignisse Leben und Gesundheit der Menschen immer stärker beeinträchtigen. Menschen würden durch Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen bedroht, hieß es in den Veröffentlichungen. Diese Naturereignisse setzten gleichzeitig die Gesundheitssysteme und -einrichtungen unter Druck, wenn sie am meisten benötigt werden.

Laut WHO würde das Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 - allen voran die Begrenzung der Erdwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter - unter anderem aufgrund von verbesserter Luftqualität jährlich Millionen Menschenleben retten. Denn dem Bericht zufolge verursacht die Luftverschmutzung, die in erster Linie auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückzuführen ist, weltweit 13 Todesfälle pro Minute.

Die Vorteile ehrgeiziger Klimaschutzmaßnahmen würden die Kosten, die für die öffentliche Gesundheit anfallen, bei weitem aufwiegen. "Eine Reduzierung der Luftverschmutzung auf die Richtwerte der WHO würde beispielsweise die Gesamtzahl der weltweiten Todesfälle durch Luftverschmutzung um 80 Prozent reduzieren", sagte Maria Neira, Direktorin für Umwelt, Klimawandel und Gesundheit bei der WHO.

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