WHO: Bis März könnten sich mehr als die Hälfte der Europäer mit Omikron anstecken

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Die Omikron-Variante könnte laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis März bereits die Hälfte der Menschen im Großraum Europa befallen haben. Der Direktor der WHO Europa, Hans Kluge, verwies am Dienstag auf entsprechende Berechnungen und die leichtere Übertragbarkeit der neuen Coronavirus-Variante auch bei Geimpften und Genesenen. In Österreich traten derweil weitere Restriktionen in Kraft. Polen meldete, dass es die Schwelle von 100.000 Corona-Toten überschritten hat.

Omikron befalle wegen seiner Mutationen menschliche Zellen schneller und dies betreffe auch Geimpfte und Genesene, sagte Kluge bei einer Online-Pressekonferenz. "Bei diesem Rhythmus sagt das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) voraus, dass sich mehr als 50 Prozent der Bevölkerung der Region in den kommenden sechs bis acht Wochen mit Omikron angesteckt haben werden", fügte er unter Verweis auf das Forschungsinstitut der University of Washington hinzu.

Die "beispiellose" Ausbreitung des Coronavirus macht sich laut Kluge bereits durch eine Zunahme der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern bemerkbar, die Sterberate sei jedoch stabil. Die neue Infektionswelle setze "die Gesundheitssysteme und den Dienstleistungsbereich in vielen Ländern, in denen sich Omikron sehr schnell ausgebreitet hat, unter Druck", sagte der WHO-Vertreter. Dies drohe noch vielen weiteren Ländern.

Die WHO Europa ist zuständig für 53 Länder und Gebiete nicht nur in Europa, sondern auch in Zentralasien. Nach ihren Angaben berichteten zuletzt 26 dieser Länder, dass sich wöchentlich mehr als ein Prozent ihrer Einwohner mit dem Coronavirus ansteckten. Kluge betonte zugleich, Corona-Impfungen böten "weiterhin guten Schutz vor ernsthaften Erkrankungen und Tod, auch bei Omikron".

Der speziell entwickelte Omikron-Impfstoff von Biontech/Pfizer soll im März zur Verfügung stehen, wie Pfizer-Chef Albert Bourla am Montag dem Sender CNBC sagte. Er wisse aber nicht, ob das Vakzin tatsächlich benötigt und verwendet werde.

Biontech gab am Dienstag mit dem britischen Unternehmen InstaDeep die Entwicklung eines Frühwarnsystems zur Erkennung potenzieller Hochrisikovarianten des Coronavirus bekannt. Das System, das unter anderem auf Künstlicher Intelligenz beruht, soll nach Unternehmensangaben durchschnittlich über 90 Prozent der von der WHO deklarierten Varianten bereits zwei Monate vor der offiziellen Ausweisung identifizieren können.

Am 11. Januar 2020 war aus der chinesischen Stadt Wuhan der erste Todesfall durch das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet worden. Seitdem starben nach offiziellen Angaben weltweit fast 5,5 Millionen Menschen an den Folgen von Covid-19.

Deutschlands Nachbarland Polen überschritt am Dienstag die Schwelle von 100.000 Corona-Toten, wie Gesundheitsminister Adam Niedzielski dem Nachrichtensender TVN24 sagte. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP hat Polen derzeit eine der höchsten Corona-Todesraten weltweit. In den vergangenen 14 Tagen wurden dort 14,31 Corona-Todesfälle pro 100.000 Einwohner registriert.

Nur Trinidad und Tobago, Moldau, Georgien, Ungarn und San Marino hatten im gleichen Zeitraum eine höhere Corona-Todesrate. Deutschland rangierte mit 4,31 Corona-Todesfällen pro 100.000 Einwohner weltweit auf Platz 26.

In Polen sind nur rund 63 Prozent der Erwachsenen gegen Corona geimpft. Die Oppositionspartei Bürgerplattform warf der Regierung "fatale Untätigkeit" trotz der niedrigen Impfquote vor.

In Österreich hatte die Regierung hingegen bereits Ende vergangenen Jahres eine Corona-Impfpflicht für alle ab dem 1. Februar beschlossen. Am Dienstag traten zudem weitere Corona-Restriktionen in Kraft. Die Betreiber von nicht lebensnotwendigen Geschäften müssen nun den 2G-Nachweis ihrer Kunden überprüfen.

Außerdem muss nun auch im Freien eine FFP2-Maske getragen werden, wenn zu haushaltsfremden Menschen nicht mindestens zwei Meter Abstand gehalten werden können. Zur Kontaktreduzierung sollen Beschäftige "generell ins Homeoffice geschickt" werden.

Italien hatte seine Corona-Regeln bereits am Montag erneut verschärft. Der öffentlich Nahverkehr und der Besuch von Restaurants, Kinos und Sportstätten ist nun Geimpften und Genesenen vorbehalten.

yb/mkü

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