WHO-Mission zur Erkundung der Corona-Ursprünge in Wuhan eingetroffen

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Corona-Patient in Wuhan im Januar 2020

Nach tagelanger Verzögerung ist ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der chinesischen Stadt Wuhan eingetroffen, um die Ursprünge des neuartigen Coronavirus zu erforschen. Aufnahmen des staatlichen Fernsehsenders CGTN zeigten am Donnerstag, wie die aus Singapur kommende Maschine mit den WHO-Experten an Bord in Wuhan landete. China meldete derweil den ersten Corona-Todesfall seit acht Monaten.

Ursprünglich war der Beginn der WHO-Mission bereits für vergangene Woche geplant gewesen. Fehlende Genehmigungen von chinesischer Seite verzögerten den Start jedoch. Die zehn WHO-Experten, darunter Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin, müssen sich wegen der strikten chinesischen Einreisebestimmungen zunächst für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

In der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des neuartigen Erregers festgestellt worden. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte der Coronaviren waren. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente. Unter anderem dazu wollen die WHO-Experten Nachforschungen anstellen.

WHO-Teamleiter Peter Ben Embarek erklärte, es könnte lange dauern, "bis wir ein umfassendes Verständnis von dem, was passiert ist, haben". Peking hatte in der Vergangenheit argumentiert, Wuhan sei möglicherweise nicht der Ursprungsort des Virus, sondern nur der Ort, an dem es erstmals identifiziert wurde. "Ich glaube nicht, dass wir nach diesem ersten Einsatz eindeutige Antworten haben werden, aber wir werden auf dem Weg dorthin sein", fügte Embarek hinzu.

China meldete am Donnerstag den ersten Corona-Todesfall seit acht Monaten. Mit strikten Maßnahmen wie der Abriegelung ganzer Städte und Regionen sowie Massentests hatte das Land das Infektionsgeschehen bis zum Frühjahr zunächst unter Kontrolle gebracht. In den vergangenen Wochen stiegen die Infektionszahlen jedoch insbesondere im Norden des Landes wieder an.

Die Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag 138 Neuinfektionen - der höchste Anstieg binnen eines Tages seit März vergangenen Jahres. Der jüngste Corona-Todesfall wurde in der Provinz Hebei registriert, wo die Regierung für mehrere Millionenstädte einen Lockdown verhängt hat.

noe/jes