Die wichtigsten Fakten zur Coronavirus-Mutation

(ves/spot)
·Lesedauer: 2 Min.
Das Coronavirus entwickelt sich weiter, eine neue Mutation breitet sich derzeit vor allem in Großbriannien und Südafrika aus. (Bild: Corona Borealis Studio/shutterstock.com)
Das Coronavirus entwickelt sich weiter, eine neue Mutation breitet sich derzeit vor allem in Großbriannien und Südafrika aus. (Bild: Corona Borealis Studio/shutterstock.com)

Eine neue Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 ist im Umlauf. In Großbritannien wurde die neue Mutation vor allem im Südosten des Landes seit September mehrfach nachgewiesen, auch in London tauchen vermehrt Varianten auf. Premierminister Boris Johnson (56) schlug nun Alarm und nannte einen erhöhten Ansteckungswert von "70 Prozent". Wie groß ist die Corona-Gefahr aus Großbritannien tatsächlich?

Virologe Christian Drosten (48) von der Berliner Charité besänftigt die Gemüter und erklärte im "Deutschlandfunk", er sei derzeit nicht beunruhigt. Das Wissen über die neue Variante sei noch lückenhaft, auch die Zahl von 70 Prozent, die Johnson nannte, sei bislang nicht wissenschaftlich fundiert.

Flüge aus dem Vereinigten Königreich nach Deutschland gesperrt

Dennoch reagierte die Politik in Deutschland und sperrte die Flüge aus dem Vereinigten Königreich nach Deutschland bis einschließlich 31. Dezember 2020, um einer möglichen Beschleunigung der Virus-Ausbreitung entgegenzuwirken.

Grassiert die neue Variante schon in Deutschland? Nachgewiesen wurde das Virus bislang in Großbritannien, Australien, Südafrika, Italien, Dänemark und der Niederlande. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57) und Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité gehen unabhängig der Nachweise davon aus, dass die Variante bereits in Deutschland angekommen ist.

Keine Auswirkungen auf die Impfung zu befürchten

Noch ist nicht bekannt, welche Auswirkungen die neue Mutation auf die Menschen hat. Bekannt ist, dass die Veränderung im Spike-Protein des Virus' stattgefunden hat - eine Parallele zu der Mutation, die auch in Südafrika nachgewiesen werden konnte. Das ist ein sehr wichtiger Teil des Virus', da dieser den Rezeptor auf den Zellen in unserem Körper bindet. Die neue Mutation soll stärker binden. Drosten: "Das muss aber nicht besser für das Virus sein." In der Niederlande habe sich diese Mutationsart - im Gegensatz zu Großbritannien - nicht weiter vermehrt.

Hat die neue Mutation negative Auswirkungen auf die jüngst eingeführten Impfstoffe? Drosten sagt klar: "Nein, das glaube ich nicht." Es gebe einen "Riesenmischung von Anti-Körpern", eine Mutation würde da nichts ausmachen. Auch die Erkennungsstellen würden ihre Wirksamkeit nicht einbüßen, so der Virologe.