Die sieben wichtigsten Fakten zum Weltwirtschaftsforum in Davos

In der Schweiz kommt in dieser Woche die globale Wirtschaftselite zusammen. Die Probleme sind groß, die Agenda ist eng getaktet. Das sind die wichtigsten Hintergründe.

In der Schweiz kommt in dieser Woche die globale Wirtschaftselite zusammen. (Bild: REUTERS/Denis Balibouse)

Das Schweizer Bergdorf Davos verwandelt sich diese Woche wieder in den zentralen Ort der Weltpolitik. Vom Dienstag, 21., bis Freitag, 24. Januar, kommen wichtige Entscheider aus der ganzen Welt zur 50. Ausgabe des Weltwirtschaftsforums zusammen.

Das sind die zentralen Fragen und Antworten zu dem Treffen.

Wer steht hinter dem Forum?

Der aus Ravensburg stammenden Ökonomie-Professor Klaus Schwab (81) startete das Forum vor 50 Jahren. Ursprünglich wollte er vor allem mit Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern über moderne Managementkonzepte diskutieren. Aber schon wenige Jahre nach dem Start des Forums lud er ab 1974 auch Politiker zu dem Treffen ein.

Besonders seit den 1990er Jahren wurde das Forum als zentraler Impulsgeber für eine neoliberale Wirtschaftspolitik kritisiert. Schwab griff die Kritik auf und propagierte das Forum später auch als Plattform für Kapitalismuskritik.

Wie finanziert sich das Forum?

Das Weltwirtschaftsforum ist als Stiftung organisiert. Mehr als 1000 Unternehmen sind Mitglied der Organisation und zahlen einen jährlichen Beitrag. Sogenannte strategische Partner bekommen eine Sonderbehandlung, müssen dafür aber mehr zahlen. Das Forum rechnete für das vergangene Jahr ein Beispiel durch: Die Mitgliedschaft für ein Unternehmen wurde mit 60.000 Franken beziffert, umgerechnet 56.000 Euro. Darin war die Teilnahmegebühr für einen Firmenvertreter in Davos enthalten. Für jeden weiteren Delegierten verlange das Forum 25.000 Franken (23.000 Euro) zuzüglich Mehrwertsteuer.

Die Teilnahme ist nur auf Einladung möglich.

Warum ist das Forum so wichtig geworden?

Klaus Schwab hat das Weltwirtschaftsforum zu einem speziellen Begegnungsort entwickelt. Wirtschaftsvertreter, Politiker und Wissenschaftler kommen zwar auf vielen internationalen Konferenzen zusammen. Aber der Ort Davos in den Schweizer Alpen hat sich zu einem Raum für besonderen Austausch entwickelt. Schwab ist es gelungen, in den vergangenen Jahren auch Kritiker von Nichtregierungsorganisationen und Aktivisten stärker in das Forum einzubinden. Schwab propagiert das Forum als ein „globales Dorf“.

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Was ist das wichtigste Thema?

Ganz klar: Klimaschutz. Das Weltwirtschaftsforum veröffentlicht jedes Jahr einen Weltrisikobericht, der die Agenda für das Forum setzt. Erstmals in der Geschichte des Berichtes sind fünf Klimathemen als die zentralen Herausforderungen identifiziert: Extreme Wetterereignisse wie Fluten und Stürme stehen ganz oben auf der Liste. Danach folgen: Scheitern des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel, Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche und Erdbeben, schwerwiegender Verlust an Biodiversität und den Kollaps von Ökosystemen, sowie menschengemachte Umweltschäden und -katastrophen.

Wer sind die wichtigsten Gäste bei dem Forum?

Mehr als 3000 Teilnehmer wollen zu dem Treffen nach Davos reisen, darunter EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, US-Präsident Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Welche Rolle spielt Deutschland bei dem Forum?

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Donnerstag nach Davos. Sie wird eine Rede vor dem Plenum des Forums halten. Neben ihr sind weitere Politiker vor Ort, sowie viele Vertreter von Unternehmen: darunter der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, Siemens-Chef Joe Kaeser oder der CEO der Deutschen Post, Frank Appel.

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Welchen Einfluss hat das Forum?

Das ist schwer zu sagen. Klaus Schwab beansprucht für das Forum, bei zentralen Themen der Weltpolitik Lösungsimpulse geliefert zu haben. Dazu zählt laut dem Forum unter anderem die Euro-Schuldenkrise, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine oder der Syrien-Krieg. Nichtregierungsorganisationen werfen dem Forum hingegen vor, dass sich dort Firmen von ihrer guten Seite präsentieren könnten, sie sich allerdings zu keinen verbindlichen Handlungen verpflichten ließen.

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