Anlässlich eines Feiertages: So soll China das Wetter manipuliert haben

·Freiberufliche Journalistin
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Garantiert schönes Wetter an Feiertagen? Für China anscheinend kein Problem. Laut einer Studie sollen die chinesischen Behörden das Wetter anlässlich einer 100-Jahr-Feier kontrolliert haben.

Kein Zufall: Blauer Himmel bei der 100-Jahr-Feier der Kommunistischen Partei Chinas. (Bild: Kevin Frayer/Getty Images)
Kein Zufall: Blauer Himmel bei der 100-Jahr-Feier der Kommunistischen Partei Chinas. (Bild: Kevin Frayer/Getty Images)

Ein besonderer Anlass mit großem Festakt und zehntausenden Besuchern – da muss nur noch das Wetter mitspielen. Bei einer Feier der Kommunistischen Partei Chinas zum 100-jährigen Bestehen am 1. Juli dieses Jahres ließen es die Verantwortlichen nicht einfach darauf ankommen.

Laut einer Studie der Universität Peking sorgten die chinesischen Wetterbehörden bei diesem Ereignis erfolgreich dafür, dass der Himmel weitestgehend blau war und die Luftverschmutzung eingedämmt wurde, wie die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtet.

Demnach ist China ein begeisterter Befürworter der sogenannten Cloud-Seeding-Technologie und gab bereits Milliarden von Dollar aus, um die Erforschung der Wettermanipulation weiter voranzutreiben.

Wolkenimpfung am Vorabend der Feier

Am Montag berichtete die Tageszeitung "South China Morning Post" über ein kürzlich veröffentlichtes Forschungspapier, das besagt, dass die Regierung am Vorabend der Feierlichkeiten auf dem Platz des Friedens die Cloud-Seeding-Technik (auf Deutsch: Wolkenimpfung) eingesetzt habe, bei der die Wolkenschicht mit Chemikalien wie Silberiodid versetzt wird. Das soll bewirken, dass sich Wassertröpfchen sammeln und die Chance auf Regen erhöht wird.

Bewohner in den nahegelegenen Bergregionen hatten dem Bericht nach beobachtet, wie am 30. Juni Raketen in den Himmel stiegen. Zwei Stunden habe die Operation gedauert, die künstlichen Regen ausgelöst haben soll. Der habe am darauffolgenden Tag nicht nur für schönes Wetter gesorgt, sondern auch die Schadstoffe aus der Luft gespült. Damit habe sich der auf den Standards der Weltgesundheitsorganisation basierende Luftqualitätsindex von "moderat" auf "gut" verschoben.

Investitionen in Milliardenhöhe

Im vergangenen Jahr kündigte Peking an, sein Wettermodifikationsprogramm auszudehnen, so dass eine Fläche von 5,5 Millionen Quadratkilometern mit künstlichem Schnee oder Regen versorgt werden kann. Bis 2025 soll das System so weit entwickelt sein, dass eine Technologie zur Verfügung steht, die in der Lage ist, auf einer halben Million Quadratkilometer Hagel zu verhindern.

Wie "The Guardian" weiter berichtet, führt China Versuche zu Klimakontrollen bereits seit den 1980er Jahren durch. Laut staatlichen chinesischen Medien seien allein in den fünf Jahren bis 2017 mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar in diese Technologie geflossen und 233,5 Milliarden Kubikmeter künstlicher Regen seien so verursacht worden. Zudem hätte das Abfeuern von jodhaltigen Granaten dazu beigetragen, jährlich die Hagelschäden in der Region Xinjiang um 70 Prozent zu reduzieren.

Kritiker*innen sehen Wolkenimpfungen skeptisch. Cloud-Seeding sei kein Allheilmittel, es behebe vielleicht Symptome, aber nicht die Ursachen.

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