Wie die Pandemie unsere Sprache verändert hat

·Freie Autorin
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Ein neues Wort zu bilden, ist im Deutschen recht einfach. Man denke nur an zusammengesetzte Wörter wie Respektrente, brexitmüde oder Donut-Effekt, die meist als "Wort des Jahres" für Furore sorgen und irgendwann in Vergessenheit geraten. Doch so viele neudeutsche Wörter wie in der Corona-Pandemie gab es vermutlich noch nie.

Reden mit Mundschutz ist schwierig – dabei gibt es so viele neue deutsche Corona-Wörter (Symbolbild: Getty Images)
Reden mit Mundschutz ist schwierig – dabei gibt es so viele neue deutsche Corona-Wörter (Symbolbild: Getty Images)

Der "Lockdown" hat es bereits in die 28. Ausgabe des Duden geschafft und gesellt sich dort zu "Gendersternchen", "Flugscham", "Herdenimmunität" und "Geisterspiel". Satte 1.200 neue Wörter sind einer Liste von Owid.de zufolge während der Pandemie dazugekommen. Wer heutzutage von seinem Mundschutz spricht, verwendet manchmal einen "Schnutenpulli", hier und da einen "Spuckschutz", von Zeit zu Zeit aber auch ein "Gesichtskondom", einen "Munaschu" oder ein "Maultäschle". "Coronamode" macht eben erfinderisch.

Vom Fußshake zum Coronasex

Wo wir schon bei Corona sind: Einen "Coronaleugner" kennt jeder, Arbeiten ist nur noch mit "Homeofficepflicht" möglich und "Lockdownspeck" haben sich vermutlich die meisten von uns angefressen. Von "Coronamüdigkeit" fangen wir erst gar nicht an. Bier getrunken wird sowieso nur noch mit der "festen Kontaktperson", die mit dem "Ebola-" oder dem "Fußshake" begrüßt wird. Was manchmal auch mit "Coronasex" endet. Und wer schon mal als "Schlafschaf" bezeichnet wurde, hat es im Leben wirklich geschafft. 

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Ob es einen "Coronasommer" geben wird, wird sich hoffentlich bald herausstellen. Bis dahin haben wir Angst vor dem "Britenvirus", haben einen "Draußentag", gehen zum nächsten "Autokonzert", zum "Drive-in-Club" oder auf die nächste "Abstandsparty". Wir sind ohnehin zu einer "Anderthalbmetergesellschaft" herangewachsen. Von "Schniefscham" ganz zu schweigen. Und falls wir Fieber bekommen, fahren wir zur nächsten "Coronateststraße", entwickeln "Impfneid" und hoffen, dass wir bald das "Impfprivileg" bekommen, damit "Superspreaderevents", "Social-Distance-Shaming" und dieser ganze "Coronablues" endlich mal ein Ende hat.

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