Wie du den Kater besiegst und welche Mythen du ignorieren kannst

Tipps gegen den Kater gibt es viele, doch welche davon stimmen wirklich? Wir räumen mit Mythen auf und verraten, was wirklich funktioniert.

Gibt es ein Mittel gegen den Kater, außer die Finger vom Alkohol zu lassen? (Getty Images)
Gibt es ein Mittel gegen den Kater, außer die Finger vom Alkohol zu lassen? (Getty Images)

Die festliche Jahreszeit ist in vollem Gang und uns steht auch noch Silvester bevor. Und das kann nur eines bedeuten: Kater. Schlimmer Kater.

Wir alle haben unsere Methoden, um am Morgen danach Linderung zu finden. Manche Leute liegen nach dem Trinken einfach im Bett und schlafen ihren Rausch aus während andere, die weniger Glück haben, mit einer ganzen Reihe von Symptomen zu kämpfen haben: von Schwitzen bis Erbrechen, über Übelkeit und einer erhöhten Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Bei der Anzahl von Behandlungsmöglichkeiten, Theorien und Therapien, wie man diese unangenehme Situation in den Griff bekommt, haben wir Lily Soutter, Ernährungsberaterin bei Harley Street gebeten, uns die gängigsten Missverständnisse zum Thema Kater zu erläutern und uns den effektivsten Weg zu erklären, am Morgen danach wieder fit zu werden.

Lässt sich ein Kater vermeiden?

Mit Ausnahme, dass man gar nicht erst trinkt, gibt es wenig, was man tun kann, um den Kater zu vermeiden, wenn man zu tief ins Glas geschaut hat. Aber man kann den Morgen danach weniger unangenehm machen, indem man ein paar Vorkehrungen trifft.

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Vorbeugen ist beim Thema Kater besser als Heilen. Schlüssel ist, bewusst und maßvoll vorzugehen und vor dem Trinken eine ausgewogene Mahlzeit zu sich zu nehmen, die alle wichtigen Lebensmittelgruppen enthält. So gerät der Alkohol langsamer ins Blut und deine Magenschleimhaut wird geschont. Und, wie Soutter erklärt, solltest du dafür sorgen, viel Wasser zu trinken.

„Da Alkohol harntreibend ist, ist es wichtig, vor dem Trinken Wasser zu trinken und vor allem am nächsten Tag zu rehydrieren", sagt Soutter. „Versuche, jeden Tag etwa zwei Liter Wasser zu dir zu nehmen.

Hilft das ‚Konterbier’ wirklich?

Viele schwören auf einen Drink, wenn sie nach einer durchzechten Nacht verkatert aufwachen. Die Theorie dahinter besagt, dass dein Körper bei einem Kater damit kämpft, den Alkohol abzubauen. Wenn man dann den Alkoholgehalt erhöht, hilft es, Symptome verschwinden zu lassen.

Aber so bewegst du dich auf dünnem Eis, und alles, was du tust, ist eigentlich, das Unvermeidbare aufzuschieben. Stelle dir dazu auch die Frage, ob die Sache, die überhaupt für die Probleme verantwortlich ist, diese Probleme beheben kann.

„Ich würde bei einem Kater keinen weiteren Drink empfehlen“, sagt Soutter. „Vielleicht fühlst du dich kurz besser, aber du wirst schnell wieder dort sein, wo du in Sachen Kater angefangen hast, wenn die Wirkung nachlässt.“

Eine Bloody Mary als Katermedizin ist wahrscheinlich keine so gute Idee. (Getty Images)
Eine Bloody Mary als Katermedizin ist wahrscheinlich keine so gute Idee. (Getty Images)

Werden Kater mit dem Alter schlimmer?

Ja und nein. Im Jahr 2020 hat eine Studie des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Utrecht in den Niederlanden ergeben, dass die Schwere und Häufigkeit von Katern mit dem Alter abnehmen. Die Untersuchungen ergaben, dass die 18- bis 25-Jährigen im Durchschnitt 2,2 Kater pro Monat erlebten, während es bei den 56- bis 65-Jährigen nur 0,3 waren und bei den 66- bis 75-Jährigen nur noch 0,1.

Allerdings ist es wahr, dass dein Körper mit dem Alter Alkohol weniger wirksam abbaut. Der Grund? Fett. Ja, wenn wir älter werden, verändert sich auch die Zusammensetzung unseres Körpers und wir haben einen größeren Anteil an Körperfett in Kombination mit einem geringeren Anteil an Muskelmasse. Das Ergebnis ist, dass wir weniger Wasser im Körper haben und es schwieriger ist, Alkohol wieder aus dem System auszuscheiden.

„Je mehr Körperfett jemand hat, desto länger bleibt der Alkohol im Blut, was die Chancen auf einen Kater erhöht“, so Soutter.

Wird es dir nach einem deftigen Frühstück besser gehen?

Der Gedanke an ein warmes Frühstück mit Würstchen und knusprigem Schinken mag zwar verlockend sein, aber dein Körper wird gar nicht begeistert davon sein, fettiges Fleisch verdauen zu müssen. Es ist wahrscheinlich, dass der Salzgehalt in so einem Frühstück ebenfalls hoch ist, was dazu führt, dass du noch mehr Flüssigkeit verlierst, gerade wenn du sie am meisten brauchst.

Greife stattdessen zu Lebensmitteln, die viel Kalium, Magnesium und Kalzium enthalten – Gemüse, Brühen und Suppen sind gut – und zu solchen mit langsam freigesetzten Kohlenhydraten wie Vollkornbrot, Nudeln, Reis oder Süßkartoffeln mit Schale.

„Ein gutes Frühstück, z. B. Eier auf Vollkorntoast, trägt dazu bei, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und den Körper und das Gehirn gleichmäßig mit Glukose zu versorgen", fügt Soutter hinzu.

Viele glauben, dass ein deftiges Frühstück die beste Katerkur ist, aber das ist nicht der Fall. (Getty Images)
Viele glauben, dass ein deftiges Frühstück die beste Katerkur ist, aber das ist nicht der Fall. (Getty Images)

Steckt etwas Wahres in den alten Weisheiten?

Wir kennen alle Weisheiten wie ‚Bier auf Wein, lass das sein‘ oder ‚kein Schnaps auf Bier, sonst wird es dir übel ergehen‘ – du weißt schon. Unser Rat? Ignoriere diese Weisheiten, denn du wirst immer einen Kater haben, wenn du zu viel trinkst, egal in welcher Reihenfolge du deine Getränke zu dir nimmst.

Allerdings können manche Getränke schwerere Kater verursachen als andere. Lass also am besten die Finger von braunen Spirituosen wie Whisky und Brandy und von allem, was mit Energy Drinks gemischt ist.

„Wenn du dir einen Drink aussuchen musst, dann ist die beste Wahl Wodka oder ein Gin, der mit einem wenig zuckerhaltigen Mixer wie Sodawasser und einem Schuss Zitrone vermischt ist“, sagt Soutter.

„Dies ist eine hydrierendere Option und hat ein größeres Volumen, wodurch das Trinken länger dauert. Es enthält dazu wenig Zucker, was wichtig dafür ist, den Blutzucker stabil zu halten. Klare Spirituosen enthalten dazu auch weniger Kongenere, welches Chemikalien sind, die einen Kater verschlimmern können.“

Denk bei deinem Versuch, ‚keinen über den Durst zu trinken‘, daran, dass die Empfehlung lautet, wöchentlich nicht mehr als 14 Einheiten Alkohol zu trinken und dass dies über drei oder mehr Tage verteilt sein sollte. Das Trinken von Alkohol ist nie ganz sicher, aber wenn du dich an diese Richtlinien hältst, sollte es dein gesundheitliches Risiko verringern.

Video: Gesundheitsminister Karl Lauterbach verrät sein Anti-Kater-Mittel

Gavin Newsham