Wieso macht man am 1. April eigentlich einen Aprilscherz?

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

“April, April!” Während der Januar für viele mit einem Kater beginnt und der Mai mit Tanz, startet der vierte Monat des Jahres nach altem Brauch mit einem Streich. Doch woher kommt die Tradition, sich am 1. April mit einem Aprilscherz eins auszuwischen?

01 April- April Fools Day
Der 1. April wird traditionell mit einem Aprilscherz begangen - aber warum eigentlich? Hierfür gibt es mehrere Theorien (Symbolbild: Getty Images)

Am 1. April ist nichts, wie es scheint. In der Familie, in der Arbeit und auch auf Social Media wird sich fleißig am beständigen Brauch beteiligt, sich gegenseitig mit einem Aprilscherz hinters Licht zu führen.

Wo dieser Brauch seinen Ursprung hat, lässt sich heute nicht mehr eindeutig zurückverfolgen, es gibt allerdings mehrere mögliche Erklärungen, denen zufolge er in Deutschland oder Frankreich entstanden ist.

Der Aprilscherz: Eine Augsburger Erfindung?

“Den ersten April musst überstehen, dann kann dir manches Gute geschehen”: Schon Johann Wolfgang von Goethe kannte also den Aprilscherz, entstanden ist er womöglich jedoch schon Jahrhunderte vor seiner Geburt.

Alltagsfrage: Warum kann man sich nicht selbst kitzeln?

1530 wurde in Augsburg ein einheitliches Münzwesen geregelt. Zu diesem Zweck wurde für den 1. April der sogenannte Münztag angekündigt, auf den viele Menschen in der Hoffnung auf Profit durch die neuen Regelungen Geld setzten. Doch der Tag fiel einfach aus, und aus den Spekulanten wurden zum Gespött ihrer Nachbarn, als sie ihr Geld verloren.

Hat der Aprilscherz seinen Ursprung in Frankreich?

Eine weitere mögliche Erklärung führt den Aprilscherz auf eine Kalenderreform aus dem Jahr 1564 zurück, als der französische König Karl IX. das Neujahr kurzerhand vom ersten April auf den Januar verlegte. Um Unwissende zum Narren zu halten, wurden bisweilen weiterhin Einladungen zu Neujahrsfeiern verschickt, obwohl das Fest längst vorbei war. Soldaten sollen diesen Brauch, andere zum 1. April zum Narren zu halten, schließlich in andere Länder verbreitet haben.

Weitere Theorien stellen einen Zusammenhang zu Heinrich IV. her, der eine Geliebte in sein Lustschloss eingeladen haben soll, wo statt dem französischen König dessen gesamte Gefolgschaft samt Ehefrau auf sie gewartet haben soll.

Das ging nach hinten los: Wie man Aprilscherze nicht macht, zeigte VW

Wiederum andere vermuten eine Verbindung zum römischen Gott Quirinus. Das Fest zu dessen Ehren, die Quirinalia, gilt auch als Feier der Dummen und Narren. Dies fällt dem römischen Kalender zufolge zwar auf den 17. Februar, aufgrund von Kalenderreformen könnte es aber auch den 1. April erklären.

young caucasian man seen from behind with two paper fishes attached to his back, as a popular prank for april fools day in countries such as Italy, France, Belgium, Netherlands, Switzerland or Canada
Womöglich hat der Aprilscherz seinen Ursprung in Frankreich - dort klebt man sich am 1. April traditionell Papierfische auf den Rücken (Bild: Getty Images)

Der 1. April: Ein internationaler Brauch

Auch in anderen Ländern hat der Aprilscherz lange Tradition. In Großbritannien wird genauso wild gewitzelt wie in Deutschland, und auch Länder wie Israel und die USA haben den Brauch der Streiche mittlerweile übernommen.

In Italien, Frankreich und anderen französischsprachigen Ländern klebt man sich gegenseitig möglichst unbemerkt Papierfische auf den Rücken - statt “April, April” ruft man dort “Poisson d’Avril” (April-Fisch).

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