Wieso trinkst du keinen Alkohol? – So reagierst du richtig auf die Frage

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Immer mehr Menschen trinken keinen Alkohol. Weil das auf Partys noch immer aus der Norm fällt, kommt es gern zu Fragen. Wir haben einige Tipps gesammelt, wie man das Thema unverkrampft abmoderiert.

Immer mehr Menschen trinken keinen Alkohol. Diese Entscheidung trifft nicht immer auf Verständnis. (Symbolbild: Getty Images)
Immer mehr Menschen trinken keinen Alkohol. Diese Entscheidung trifft nicht immer auf Verständnis. (Symbolbild: Getty Images)

„Was willst du trinken?“ Wer diese Frage stellt, erwartet als Antwort meist Rot- oder Weißwein. Vielleicht noch Bier. Fällt die Antwort aber aus diesem Raster, beinhaltet sie sogar eine Gegenfrage, die in etwa so klingen kann: „Habt ihr Saft?“, dann kann es zu einem kurzen, irritierten Augenblick kommen.

Zwischen den Jahren und an Silvester wird viel angestoßen

Wer kein Alkohol trinkt oder trinken möchte, von dem wird eine Erklärung erwartet. Obwohl das eine persönliche Entscheidung sein sollte, wollen es doch manche ganz genau wissen.

Weil vor allem zwischen den Jahren und an Silvester zahlreiche Menschen, die keinen Alkohol trinken, so ein Gespräch führen müssen, haben wir einige Tipps und Tricks gesammelt – um ganz unverkrampft die eigene Entscheidung darzustellen.

Keine Erklärung notwendig

Die kanadische Yahoo Redaktion hat dazu mit drei Expertinnen auf diesem Gebiet gesprochen, darunter ist Jacqueline Whitmore – laut ihrer eigenen Webseite „Amerikas führende Expertin für Umgangsformen“.

Auch sie betont zunächst: „Niemand muss sich erklären, weil er oder sie keinen Alkohol trinkt.“ Dennoch erwartet Whitmore, dass das Thema sehr wahrscheinlich zur Sprache kommen wird – egal, ob mit guten Freunden, den Gastgeber*innen oder eher fernen Bekannten.

Den Grund darin sieht die Psychologin Thea Gallagher, sie lehrt an der New York Universität, in einem wahrgenommen Bruch der Konventionen: „Verhält sich jemand anders, als es die gesellschaftliche Norm vorsieht, wird dieses Verhalten kommentiert. Das kann daran liegen, dass sich dadurch andere Menschen in ihren Konsumentscheidungen herausgefordert fühlen und sich in eine Verteidigungshaltung begeben. Obwohl sie ja, genau genommen, überhaupt nicht beeinflusst werden.“ Natürlich könne aber auch einfach Neugierde hinter einer solchen Frage stecken.

Freunde einweihen

Deshalb rät Elaine Swann, auch sie coacht Menschen in vornehmen Umgangsformen, im Vorfeld einer Party gute Freunde einzuweihen, dass man keinen Alkohol trinkt: „Dann gibt es vor Ort direkt Personen, die einen unterstützen können.“ Die Freunde können denn entweder dabei helfen, das Thema oder Konfrontationen ganz zu vermeiden oder Rechtfertigungsdruck, den andere ausüben, abzumildern. Gesellschaftlich, erklärt Swann weiter, sei es ohnehin mehr akzeptiert, im Vorfeld Freunde über solche Entscheidungen zu informieren, als eine große Ankündigung vor Ort zu machen, ohne dass davon jemand wusste.

Sollte es aber dennoch zu hartnäckigen Nachfragen kommen, rät Jacqueline Whitmore zu Ehrlichkeit: „Man könnte sagen, dass man eine 30-tägige Detoxphase durchmacht oder man zwar Alkohol mag, dass das umgekehrt aber nicht gilt. Je nachdem, was die Beweggründe für die Entscheidung sind. Man muss aber nicht weiter ins Detail gehen.“ Zu persönliche Details könnten auf gesellschaftlichen Anlässen Fehl am Platz sein und andere Gäste in Verlegenheit bringen – wenn es etwa um Alkoholismus, eine familiäre Vorgeschichte oder schlechte Erfahrungen mit Alkohol geht.

Thema wechseln

Nach einer kurzen und ehrlichen Erklärung schlägt die Etiketten-Expertin Swann vor, schnell das Thema zu wechseln. Etwa: „Wie war das Jahr für dich?“ oder „Wie geht es dir eigentlich?“ – „Auf diese Weise zieht sich der Augenblick nicht unnötig in die Länge und niemand bleibt an dem Thema kleben“, sagt Swann.

Zuletzt empfiehlt die Psychologin Gallagher Menschen, denen es schwerfällt, wenn sie sich in einem Gespräch über ein so persönliches Thema in die Enge getrieben fühlen, schon im Vorfeld Antworten einzuüben: „Man sollte idealerweise auf alle Reaktionen und Fragen vorbereitet sein und gute Antworten parat haben.“

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