Wimbledon: Dresscode könnte nach Protest von Billie Jean King fallen

Der streng weiße Dresscode in Wimbledon könnte 2023 endlich fallen - und Spielerinnen aufatmen, die gerade ihre Regel haben. Grund für die Änderung sind Proteste, unter anderem von Tennislegende Billie Jean King.

Dieser Anblick könnte der Vergangenheit angehören (Bild: Getty Images)
Dieser Anblick könnte der Vergangenheit angehören (Bild: Getty Images)

Im nächsten Jahr könnte der Dresscode beim Tennisturnier in Wimbledon gelockert werden. Dies gab der für das Londoner Turnier verantwortliche All England Lawn Tennis and Croquet Club in einem Statement bekannt.

"Die Gesundheit der Frauen in den Vordergrund zu stellen und die Spielerinnen entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse zu unterstützen, ist uns sehr wichtig“, heißt es darin. "Wir diskutieren mit der WTA, den Herstellern und den medizinischen Teams über die Möglichkeiten, wie wir dies tun können."

Weiße Unterwäsche unter weißem Rock

Bei den Frauen muss bisher nicht nur das Tenniskleid oder der Rock weiß sein, sondern auch die Unterwäsche. Diese Regel sorgte jedoch schon immer bei Spielerinnen für Unbehagen, die während des Matchs ihre Periode haben und fürchten müssen, das rote Flecken zu sehen sind.

Proteste gegen den Dresscode gibt es schon länger. So entrollten Demonstrantinnen diesem Sommer in Wimbledon ein Spruchband mit der Aufschrift "Adress the Dresscode“ (deutsch: "Sprecht die Kleidervorschrift an") oder dem Slogan "About Bloody Time“ ("Es wird verdammt nochmal Zeit“), ein Wortspiel mit der Monatsblutung. Spielerinnen wie Olympia-Siegerin Monica Puig aus Puerto Rico und die Australierin Daria Saville sprachen sich öffentlich für die Zulassung dunkler Unterwäsche aus.

Billie Jean King meldet sich zu Wort

Auch Billie Jean King meldete sich kürzlich zu Wort. Die Tennislegende hatte bereits in den 1970er-Jahren gegen die rein weiße Arbeitskleidung protestiert. "In meiner Generation haben wir uns immer Sorgen gemacht, weil wir immer nur weiß getragen haben", sagte die 78-Jährige gegenüber CNN.

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Zu Billie Jean Kings aktiver Zeit war weiße Kleidung bei allen großen Turnieren verpflichtend. Es ist auch ihrem Engagement zu verdanken, dass sich dies geändert hat. Nur Wimbledon hält bis heute an den strengen Kleidungsvorschriften fest. Spielerinnen und Spieler müssen ganz in Weiß gekleidet sein. Erlaubt ist nur ein höchstens ein Zentimeter schmaler Farbstreifen.

King denkt an Spielerinnen und Zuschauer

"Wenn man sich vorm Seitenwechsel hinsetzt, hat man das Gefühl, durchatmen zu können und nicht jede Minute auf alles achten zu müssen“, sagt Billie Jean King über dunkle Unterwäsche. Außerdem denkt die US-Amerikanerin auch an die Zuschauer. "Es gibt nichts Schlimmeres im Sport, als wenn man den Fernseher einschaltet und zwei Spieler das gleiche Outfit tragen. Das ist furchtbar. Keiner weiß, wer wer ist“ sagt die Sportlerin, die 1973 die Women's Tennis Association gründete, über ihr "Lieblingsärgernis“.

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