Wimbledon abgesagt! Federer "am Boden zerstört"

Sportinformationsdienst

Das legendäre Tennis-Turnier von Wimbledon kann aufgrund der anhaltenden Coronakrise im Jahr 2020 nicht stattfinden.


Dies gaben die Veranstalter des Rasenevents am Mittwoch bekannt. Angesichts des Verlaufs der Corona-Pandemie sei es nicht möglich, das Grand-Slam-Turnier wie geplant vom 29. Juni bis 12. Juli auszutragen, hieß es. Rekordsieger Roger Federer (39) schrieb bei Twitter, er sei "am Boden zerstört".


Stattdessen soll die 134. Ausgabe nun vom 28. Juni bis 11. Juli 2021 über die Bühne gehen. Zuletzt waren bereits die French Open in den September verlegt worden, die ATP und die WTA pausieren bis mindestens 13. Juli. 

"Das ist eine Entscheidung, die uns nicht leichtgefallen ist", sagte Ian Hewitt, Vorsitzender des veranstaltenden All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC): "Wir haben sie unter größter Rücksicht auf die öffentlichen Gesundheit und des Wohlbefinden aller getan, die zusammenkommen, um Wimbledon zu verwirklichen." 

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Dass es die erste Absage seit dem Zweiten Weltkrieg ist, habe die Verantwortlichen belastet, sagte Hewitt weiter. Nach "eingehender und umfassender Betrachtung aller Szenarien" sei die außergewöhnliche Maßnahme in Zeiten der Corona-Pandemie jedoch die "richtige Entscheidung". 

Auch deutsche Turniere betroffen

Im selben Schritt verkündeten die Männer-Tour ATP und die Frauen-Tour WTA eine Verlängerung ihrer Spielpause bis mindestens 13. Juli. Dies bedeutet auch, dass die Premiere des WTA-Turniers in Bad Homburg, das Comeback des Frauen-Events in Berlin sowie die ATP-Events in Stuttgart und Halle (alle für Juni geplant, alle auf Rasen) unmittelbar betroffen sind.

Während Berlin und Stuttgart offiziell noch auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr hoffen, sind die Wettbewerbe in Bad Homburg und Halle für dieses Jahr bereits abgesagt.


Angesichts der aktuellen Lage "rücken sportliche Belange erst einmal komplett in den Hintergrund", sagte Topspielerin Angelique Kerber, die als Botschafterin des Turniers in Bad Homburg fungiert: "Momentan gibt es andere Prioritäten."

Wimbledon gegen Pandemie versichert?

Das sehen auch die Wimbledon-Ausrichter so, die nach "eingehender und umfassender Betrachtung aller Szenarien" in diesen außergewöhnlichen Zeiten keine andere Möglichkeit sahen und die Absage als "richtige Entscheidung" werteten. Jetzt gelte es zu schauen, wie Wimbledon zur Bewältigung der Corona-Pandemie beitragen könne.

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Immerhin: Finanziell fällt der AELTC trotz des insgesamt elften und seit den großen Kriegen (1914 bis 1918 und 1940 bis 1945) ersten Ausfalls offenbar vergleichsweise weich. Laut britischer Medienberichte ist Wimbledon im Besitz eines Versicherungsscheins gegen eine Pandemie - kein anderes Weltevent ist im Sport bisher bekannt, das derart gut abgesichert gegen die Krise ist.

Die Zeichen hatten zuletzt schon klar auf Absage gestanden. Eine mögliche Verschiebung gehe mit "Schwierigkeiten" und einem "Risiko" einher, hatte der AELTC vergangene Woche eingeräumt, das Zeitfenster sei aufgrund des Rasens klein.