Wintereinbruch führt in weiten Teilen des Landes zu massiven Verkehrsproblemen

Sebastian BRONST
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Räumeinsatz auf der A7 bei Hannover

Der heftige Wintereinbruch durch das Sturmtief "Tristan" hat auch am Montag in weiten Teilen Deutschlands zu starken Verkehrsbehinderungen und zahlreichen Einsätzen der Rettungsdienste geführt. Der Fernverkehr der Bahn war vor allem in Norden und Osten gestört. Auf den Autobahnen ging insbesondere in Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen teils nichts mehr.

Aufgrund der extremen Unwetterlage mit massenhaftem Schneefall, Schneeverwehungen und Glatteis blieben insbesondere Lastwagen auf den Autobahnen liegen, stellten sich quer oder blockierten Auffahrten und Fahrbahnen. Sperrungen und Behinderungen meldete die Polizei etwa von den Autobahnen 4, 9 und 13 in Sachsen, der A7 in Nordhessen sowie der A36 und der A11 in Sachsen-Anhalt. Aber auch Autobahnen in Nordbayern und Niedersachsen waren betroffen.

Nach Angaben der Bahn fuhren am Montag zunächst keine Fernzüge von Berlin in Richtung München und Hannover. Gleiches galt für Verbindungen von Hamburg nach Dortmund, Köln und München sowie Züge von Dresden in Richtung Leipzig, Frankfurt am Main, Hannover und Köln. Wie lange die Einschränkungen andauern sollten, war noch unklar. Wieder aufgenommen wurde der Verkehr zwischen Frankfurt, Hamburg, Hannover und Berlin. Es gab jedoch Störungen.

Am Montag verlagerten sich die seit dem Wochenende andauernden unwetterartigen Schneefälle dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge schwerpunktmäßig ostwärts in Richtung Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zugleich blieb die Witterungslage aber auch in den weiter westlich gelegenen Bundesländern angespannt. In Teilen Nordrhein-Westfalens verlängerten die Behörden wegen des fortdauernden Schneefalls ein Lastwagenfahrverbot bis Montagabend.

In vielen Bundesländern waren Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Straßenmeistereien, Abschleppunternehmen, Polizei und Rettungsdiensten seit dem Wochenende im Dauereinsatz. Sie befreiten steckengebliebene Autos aus Schneewehen sowie Dächer von gefährlichen Schneelasten, beseitigen umgestürzte Bäume, halfen bei der Enteisung von Weichen und übernahmen mit ihren geländegängigen Fahrzeugen Kranken- und Versorgungsfahrten.

Allein in Nordrhein-Westfalen fuhren Hilfs- und Rettungsdienste bis Montagmorgen mehr als 2000 Einsätze. Allein die Polizei rückte nach Angaben des Landesinnenministeriums in Düsseldorf mehr als 1500 Mal aus. In Duisburg starb ein Autofahrer, als er mit seinem Wagen von der Straße abkam und in einen Bach fuhr.

In Bielefeld und Rees wurden am Montag Tote auf verschneiten Straßen gefunden, die genaueren Umstände waren nach Angaben der Polizei allerdings noch unklar. In Bielefeld wurde ein zunächst unbekannter Mann leblos im Schnee gefunden. In Rees starb ein Radfahrer nach einem Sturz. Ob er durch einen Unfall auf der glatten Straße oder aufgrund einer Krankheit starb, war offen.

Auch in anderen Bundesländern gab es zahlreiche Unfälle und Nothilfeeinsätze, in den meisten Fällen blieb es aber bei Blech- und Sachschäden. Die Polizei riet vielerorts, nur dringend nötige Fahrten zu machen und möglichst zu Hause zu bleiben. In einigen Städten war der öffentliche Nahverkehr gestört oder ganz eingestellt, so etwa in Leipzig und Erfurt.

In Thüringen waren am Montag auch die Bemühungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie betroffen. Während des Vormittags mussten alle Impfzentren wegen der Witterungslage geschlossen bleiben wie das Gesundheitsministerium in Erfurt mitteilte. Ab Mittag konnte der Betrieb dort aber weitergehen. Auch der verbliebene Präsenzunterricht in den Thüringer Schulen fiel am Montag aus.

Laut DWD sollten sich die Schneefälle in der Nacht zum Dienstag weitgehend abschwächen. Eine Ausnahme bildete der Norden, wo etwa in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern noch bis zum Mittwoch weiter mit örtlich stärkeren Schneefällen sowie stürmischen Winden gerechnet werden musste. Generell erwarteten die Meteorologen bundesweit zudem teils strengen Frost.

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) appellierte an die Bürger, in den kommenden Tagen auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. "Bei solchen extremen Bedingungen können selbst die beste Weichenheizung und das beste Räumfahrzeug an ihre Grenzen geraten", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

bro/cfm