Wirbel um Coronatest-Anleitung der Augsburger Puppenkiste

Stefica Budimir-Bekan
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Wie mache ich einen Corona-Schnelltest? Mit dieser Frage sehen sich derzeit viele Kinder konfrontiert. Dr. Kasperl von der Augsburger Puppenkiste liefert mit einem Video die Antwort – und ruft Querdenker und Corona-Leugner auf den Plan. Doch auch die bekommen viel Gegenwind.

The German puppet theatre
Die Figuren der Augsburger Puppenkiste kennt jedes Kind (Symbolbild: Reuters)

Dr. Kasperls Coronatest-Anleitung ist kinderleicht – eben so, dass es jedes Kind verstehen kann. An Erwin, dem Erdmännchen, demonstriert die Figur der Augsburger Puppenkiste, wie einfach sich ein Corona-Schnelltest durchführen lässt. Schließlich müssen die Kinder aufgrund der hohen Inzidenzen fast täglich einen in der Schule machen, vorausgesetzt der Wechselunterricht findet statt. 

In der humorvollen Anleitung wird das Coronavirus dann auch noch in einen Käfig gesteckt und auf den Mond geschossen. "Ganz ehrlich ... ich bin unsere aktuelle Situation so leid, dass es auch mir gut getan hat, am Ende zu sehen, wie das Coronavirus auf den Mond geschossen wird", kommentierte ein YouTube-User die Szene.

Das Video, welches im Auftrag des bayerischen Kultusministeriums produziert wurde, sorgte bei Kindern und Eltern gleichermaßen für Begeisterung und verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken. Dort stieß es allerdings nicht nur auf Gegenliebe.

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Neben Kommentaren wie "Ist echt schön geworden! Tolle Arbeit" oder "Das beste Kinderprogramm, das es je gab, im Dienst der Gesundheit und der Wissenschaft" gab es auch viel Kritik. Bei Twitter hagelte es einen Shitstorm der besonderen Sorte. Von "Verrat an unseren Kindern“ sprachen manche, es wurden wilde Verschwörungstheorien geteilt. Der Kern der Aussagen: Bei dem gut gemeinten Video handle es sich um staatliche Propaganda und es sei schade, dass sich die Augsburger Puppenkiste für so etwas hergebe.

Doch dann kam die große Wende, als Tommy Krappweis einen Tweet absetzte:

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"Bitte helft meinen lieben Freunden von der Augsburger Puppenkiste mit einem View, einem Daumen oder gar einem netten Kommentar. Die werden gerade von Schwurblern überrannt und das nervt", schrieb der Erfinder von "Bernd, das Brot". Gesagt, getan! Was folgte, war riesiger Zuspruch. 

Weiter Kritik an Notbremse: Einsätze gegen "Querdenker"

"Gut gemacht Puppenkiste! Und lasst Euch von den blöden Kommentaren der Quertröten nicht einschüchtern", schrieb ein YouTube-User, ein anderer meinte: "Liebste Corona Leugner, und solche die es noch werden wollen, ich danke euch für die ganzen Aufrufe zu diesem Video, so bekommt es eine wirklich große Reichweite und verhilft den kleinsten unserer Gesellschaft zu guter Bildung und Aufklärung."

Auch Politiker meldeten sich zu Wort. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast aus Baden-Württemberg schrieb beispielsweise: "Wer jetzt gegen die Augsburger Puppenkiste & ihre Macher*innen hetzt, der hat gar nichts verstanden. Ja, Tests gehen kindgerecht und spielerisch und ja, Tests sind unverzichtbar für Betrieb von Schule und Kita."

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Inzwischen hat das Kasperle-Video fast 1,1 Millionen Aufrufe, 29.000 Likes und über 5.000 Kommentare auf YouTube gesammelt. Nur eine Sache schien manche User dann doch noch zu stören. Sie baten um eine entscheidende Verbesserung: "Super Film - fehlen nur noch die Untertitel für die Menschen nördlich des Weißwurstäquators!"

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