"Wirtschaftwoche": Mutmaßlicher BVB-Attentäter setzte 2700 Euro ein

Der Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat nach Berechnungen der "Wirtschaftswoche" nur 2700 Euro eingesetzt - und hätte damit selbst bei einem Absturz der BVB-Aktie einen Gewinn von vielleicht etwa 5000 Euro machen können. Das Magazin rekonstruierte nach eigenen Angaben, dass der mutmaßliche Täter am 11. April Put-Optionsscheine kaufte: Ein Umsatz von 15.000 Stück dieser Papiere kam am Tag des Anschlags vormittags um 11.16 Uhr mit dem Put der DZ Bank bei 18 Cent zustande.

Die Aktie des Fußballklubs notierte am 11. April vor dem Anschlag bei 5,65 Euro. Am Tag danach sank der Wert bis auf 5,50 Euro - also lediglich um etwa drei Prozent. Selbst nach der Niederlage des BVB gegen den AS Monaco am 13. April ging die Aktie nur bis auf 5,38 Euro nach unten. Der Put wiederum auf die BVB-Aktie stieg am 12. April und am 13. April jeweils kurzzeitig auf bis zu 26 Cent. Der Gewinn pro Papier erreichte also acht Cent. Bei 15.000 Stück brachte die Wette damit kurzzeitig einen Gewinn von 1200 Euro.

Wenn die BVB-Aktie nach dem Anschlag um 20 Prozent abgestürzt wäre, wäre der Put bei seiner etwa zehnfachen Hebelwirkung um schätzungsweise 200 Prozent gestiegen - bei einem Einsatz von 2700 Euro wäre das ein Gewinn von etwas mehr als 5000 Euro gewesen, rechnete die "Wirtschaftswoche" vor.

Beamte der Spezialeinheit GSG9 hatten nach Angaben der Bundesanwaltschaft am frühen Freitagmorgen einen 28-Jährigen im Raum Tübingen festgenommen. Er soll aus Habgier versucht haben, möglichst viele Spieler des Vereins zu verletzen oder gar zu töten, um die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen.

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