Witali Petrow als FIA-Kommissar: Scharfe Kritik von LGBT-Community

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 2 Min.

Lewis Hamilton hat bereits sein Unverständnis geäußert. Nun meldet sich auch Racing Pride, eine britische Organisation für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT), zu Wort. Der Grund: die Berufung des früheren Formel-1-Fahrers Witali Petrow zum FIA-Rennkommissar beim Portugal-Grand-Prix 2020 in Portimao.

Was Hamilton und Racing Pride daran stört? Die Tatsache, dass sich Petrow unlängst abfällig zur Formel-1-Kampagne #WeRaceAsOne geäußert und sich obendrein darüber lustig gemacht hatte. O-Ton, unter anderem: "Wenn sich jetzt ein Fahrer als schwul outet, fährt die Formel 1 dann mit einer Regenbogenflagge und animiert alle dazu, schwul zu werden?"

Darauf und auf Petrows Anwesenheit in Portimao reagiert Racing Pride nun in einem Statement. Darin heißt es: "Wir wollen unsere Besorgnis über die Berufung von Witali Petrow als FIA-Rennkommissar zum Ausdruck bringen, vor allem mit Blick auf seine jüngsten öffentlichen Kommentare, die sowohl rassistisch als auch homophob gewesen sind."

Racing Pride bietet FIA und Formel 1 Unterstützung an

Petrow habe mit seinen Aussagen "Ignoranz" bewiesen. "Außerdem glauben wir, solche Aussagen eines FIA-Offiziellen lassen sich nicht mit Artikel 1.2 im FIA-Verhaltenskodex vereinbaren."

Im angesprochenen Absatz ist unter dem Oberbegriff "Würde" zu lesen, dass niemand aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Sprache, Religion, Weltanschauung, Familiensituation oder körperlicher Einschränkung diskriminiert werden darf.

Laut Racing Pride ist Inklusion ein "Grundprinzip einer guten Sporthoheit", das auf jeder Ebene angewendet werden müsse. "Es ist entscheidend, dass all diejenigen, die eine Verantwortungsposition im Sport bekleiden, entsprechend aufmerksam und geschult sind, was relevante Problemstellungen und korrekte Begrifflichkeiten für unterschiedliche Gruppierungen angeht."

Sollte der Automobil-Weltverband hierbei Hilfestellung benötigen, Racing Pride bietet an, für Aufklärung zu sorgen. "Wir haben uns auch bereits direkt an die Formel 1 gewendet", heißt es in der Stellungnahme. "Wir hoffen, gemeinsam mit den Verantwortlichen zu arbeiten, die wie wir eine sichere und einladende Umgebung für alle schaffen wollen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.