WM: Rewe beendet Kooperation mit DFB wegen "One Love"-Armbinde

Die Armbinde sorgt weiter für hohe Wellen. Jetzt entschied der Supermarktriese Rewe, seine Partnerschaft mit dem DFB vorzeitig zu beenden. Die Entscheidung erhöht den Druck auf den Fußballverband.

Selbst diese Armbinde war der FIFA nicht genehm und die europäischen Nationalmannschaften knickten ein. (Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images)
Selbst diese Armbinde war der FIFA nicht genehm und die europäischen Nationalmannschaften knickten ein. (Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Es war das große Thema der ersten WM-Tage: Würden die großen Fußballnationen in Katar mit der "One Love"-Armbinde auflaufen, wie angekündigt? Die ernüchternde Antwort: Sobald die FIFA Sanktionen androhte, war die Protestgeste vom Tisch. Das hat nicht nur die Fans erbost. Jetzt ziehen auch erste Sponsoren die Konsequenzen. Der Kölner Handelskonzern Rewe kündigte an, die Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund nicht weiter fortzusetzen.

"Skandalöse Haltung der Fifa" nicht akzeptabel

In einem Statement am heutigen Dienstag (22.11.) erläuterte Konzernchef Lionel Souque die Entscheidung: "Wir stehen ein für Diversität – und auch Fußball ist Diversität". Deshalb wolle man sich sehr deutlich von der FIFA und deren Präsident Gianni Infantino distanzieren. "Die skandalöse Haltung der Fifa ist für mich als CEO eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan absolut nicht akzeptabel," so Souque. Rewe verzichtet deshalb auf die Werberechte aus dem Vertrag mit dem DFB im Kontext mit der WM.

Kein Stückchen Stoff-Revolte: Die Verbände knicken schon zu WM-Beginn ein

Bereits im Oktober hatte Rewe entschieden, dass die langjährige Kooperation mit dem DFB künftig nicht mehr weiter geführt werden solle, nun kam das vorzeitige Aus der Partnerschaft im Zuge des Armbinden-Eklats. Die WM-Sammelalben in den Filialen werden von jetzt ab umsonst abgegeben, alle Erträge aus den bisherigen Verkäufen will der Konzern spenden. Die deutsche Nationalmannschaft will man aber damit nicht abstrafen, machte der CEO deutlich: "Wir stehen an eurer Seite und fiebern mit euch mit!" Rewe wünsche dem Team ausdrücklich viel Erfolg für die WM.

Lob auf Social Media

In den Sozialen Medien kam die Botschaft des Konzern offensichtlich bei vielen User*innen gut an. "Chapeau, Rewe", gratulierte eine Userin. Viele zogen auch den Vergleich zur zögerlichen Haltung des DFB. "Wenn ein Supermarkt mehr Haltung hat, als der größte Sport-Fachverband der Welt." schrieb ein User auf die Meldung hin. Und der User @BehluelCevikel nutze zwei Fotos, um die Entscheidung zu kommentieren. Eines zeigt eine Rewe-Filiale von innen, das andere ein Regal voller Eierkartons. "#Rewe, Eier" schrieb er dazu.

Es wird sich zeigen, ob Rewe der einzige Kooperationspartner bleiben wird, der von den Fußballverbänden eine klarere Haltung verlangt und auch bereits ist, dafür geschäftliche Konsequenzen zu ziehen.

Im Video: Diskussion um One Love-Binde: So geht DFB-Team damit um | 2 nach 10