Meine Woche: Ein Kreisverband bei eBay im Angebot

In der CDU werden Witze über Steglitz-Zehlendorf und seine Funktionäre gemacht. Weil die Lage so traurig ist, beobachtet Christine Richter

Es war ein Geburtstagsgeschenk: Eberhard Diepgen, der ehemalige und langjährige Regierende Bürgermeister und heutige Ehrenvorsitzende der Berliner CDU, ist 75 Jahre alt geworden. Im vergangenen November schon, aber von seiner Partei hatte er sich eine Veranstaltung gewünscht. Eine Diskussion über die Großstadtpartei CDU, sicherlich nicht ohne Hintergedanken, ist die Union in den Großstädten, auch in Berlin, in den vergangenen Jahren immer schwächer geworden. Zu Diepgens Zeiten lag die CDU weit vorn, bei der Abgeordnetenhauswahl 1999 holte Diepgen sagenhafte 40,8 Prozent der Stimmen. Fast unvorstellbar heute. Danach, ab dem Jahr 2001 ging es bergab – CDU-Spendenaffäre, Bankenkrise, Koalitionsbruch ...

Bei der Abgeordnetenhauswahl im vergangenen Jahr erreichte die Berliner CDU nur noch 17,6 Prozent der Stimmen. Ein Schock – und Zeit, über die Großstadtpartei nachzudenken. Eigentlich sollte es am Mittwochabend ein nettes Treffen mit all den alten Garden der Berliner CDU in Prenzlauer Berg werden, wäre da nicht Steglitz-Zehlendorf. In der vergangenen Woche brach im CDU-Kreisverband im Südwesten die Schlammschlacht mit voller Wucht los. Angeführt von Thomas Heilmann, dem Kreisvorsitzenden und ehemaligen Justizsenator, und von Karl-Georg Wellmann, dem einflussreichen Dahlemer Ortsvorsitzenden und langjährigen Bundestagsabgeordneten. Es geht um Urkundenfälschung, Misstrauen, Intrigen, üble Nachrede und inzwischen auch um Strafanzeigen.

"Wir haben es mit miesen Intrigen zu tun"

So war k...

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