Woche im Rathaus: Die Grünen haben tiefe Wunden erlitten

Die Auswahl der Kandidaten für die Bundestagswahl hinterlässt bei allen Berliner Parteien ihre Spuren, beobachtet Christine Richter.

Sie hatte es sich so schön vorgestellt: Bettina Jarasch (48) ist seit 2011 Landesvorsitzende der Grünen, gehörte im vergangenen Jahr im Wahlkampf zum Spitzenteam der Berliner Grünen – eine "Reala", also eine Realpolitikerin neben Ramona Pop (ebenfalls Reala), Antje Kapek und Daniel Wesener (beide vom linken Parteiflügel) – und schaffte es nach der Wahl ins Abgeordnetenhaus. Doch dort wollte die Pankowerin nicht bleiben, sie zog es in den Bundestag. Am vergangenen Wochenende war es deshalb nicht nur bei der Berliner CDU zum Showdown gekommen, sondern auch bei den Grünen.

Und die Wunden, die dort geschlagen wurden, schmerzen auch Tage danach noch. Besonders bei Bettina Jarasch. Sicherlich, ihre Bewerbung um Platz eins der Liste – also dem sichersten der sicheren ersten drei Listenplätze – war mutig, aber Renate Künast, die frühere Bundesministerin und ehemalige Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, hatte freiwillig auf diese Position verzichtet. In früheren Jahren kam an Künast niemand vorbei, nach der verlorenen Wahl 2011 sind aber nicht mehr alle gut auf sie zu sprechen. Auch wenn Künast für ihre Arbeit im Bundestag und für ihren unermüdlichen Einsatz für die Berliner Grünen sehr geschätzt wird.

Künast, ganz der Profi, verkündete rechtzeitig vor der Mitgliederversammlung, dass sie nicht auf dem ersten, einem Frauenplatz kandidieren werde. Darum rangelten also Jarasch und Lisa Paus, schon seit 2009 im Bundestag und dem linken Parteiflügel angehörend. Wi...

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